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Bergische Allee in Erkrath: Grüne wollen eigene Spur für Radfahrer

Erkrath : Grüne wollen Spur für Radfahrer

Die Partei will im neuen Ausschuss für Mobilität, der erstmals am 19. Januar in der Stadthalle tagt, die künftige Reservierung jeweils einer Fahrspur auf der Bergischen Allee für Radfahrer diskutieren.

Schlaglöcher, welliger Untergrund und Wildwuchs – Radler müssen auf Erkraths Wegen einiges einstecken. Jetzt ist Abhilfe in Sicht, zumindest auf einer wichtigen Teilstrecke: Wie die Stadt mitteilte, hat die Planung für die Sanierung der Rad- und Gehwege an der Bergischen Allee in Hochdahl zum neuen Jahr begonnen. Sie gelten als die schlechtesten im gesamten Stadtgebiet und wurden schon häufig von Bürgern kritisiert.

Es gebe mittlerweile eine Verwaltungsvereinbarung zwischen dem Landesbetrieb Straßen NRW, der für die Rad- und Gehwege an der L 403 zuständig sei, und der Stadt, die den Auftrag umsetzen werde, meldet die Verwaltung. Das Geld dafür stehe auch schon bereit und die Arbeiten würden im dritten Quartal 2021 beginnen.

Probleme zwischen
Radfahrern und Fußgängern

Diese Nachricht hat Erkraths Grüne auf den Plan gerufen. Im neuen Mobilitätsausschuss, der am 19. Januar tagt, wollen sie die Details der geplanten Sanierung und Umgestaltung des Radwegs in Erfahrung bringen – Breite, Belag und Führungsform für die jeweiligen Verkehrsarten sind interessant. Wenn schon saniert werde, dann sollten für die derzeitigen Probleme auf den Wegen, die Fußgänger und Radfahrer sich (nicht immer einvernehmlich) teilen, auch vernünftige und dauerhafte Lösungen gefunden werden, fordert Grünen-Sprecher Peter Knitsch.

Seine Partei halte wegen der Geschwindigkeitsunterschiede zum Beispiel eine Trennung von Fuß- und Radverkehr für sinnvoll – und gerade auf der Gefällstrecke für zwingend erforderlich. Dies sei nicht zuletzt durch die zunehmende Zahl von Elektrofahrrädern geboten, die auch bergauf Tempo machen könnten.

Grüne wollen Autospuren
für Radwege nutzen

Die Grünen gehen davon aus, dass die Stadt wegen des derzeit begrenzten Platzangebots für eine solche Trennung die Nutzung jeweils einer Auto-Fahrspur für den Radverkehr vorgesehen hat – in ausreichender Breite, mit genügend Abstand und Trennelementen vom Kfz-Verkehr separiert. Sollte dies von der Verwaltung nicht vorgesehen sein, wollen die Grünen es im Ausschuss beantragen.

Sie hoffen dabei auf die Unterstützung der SPD, die sich bereits dafür stark gemacht habe, bei vierspurigen innerörtlichen Straßen jeweils eine Spur für den Radverkehr zu reservieren. Dort, wo die Bergische Allee vierspurig ist, also im Bereich Hochdahl, sei dies angezeigt und diene der Bewegungsfreiheit und Sicherheit von Fußgängern und Radfahrern, unterstreicht Knitsch. Dadurch würde gleichzeitig der häufig zu schnelle Autoverkehr auf der Bergischen Allee gebremst.

„Als die Allee angelegt wurde, hatten Autos noch Vorrang und man ging von einer deutlich höheren Einwohnerzahl Hochdahls aus. Die Vierspurigkeit verführt heute viele Autofahrer dazu, aufs Tempo zu drücken und eben mehr als die dort erlaubten 50 km/h zu fahren, zumal die Autobahn ja ganz in der Nähe ist“, erläutert Knitsch. Kämen die Radspuren auf der Bergischen Allee, sollte dies Vorbild sein für die Sedentaler und Haaner Straße.