Bahnstraße: Die Post verkauft bald auch Bücher

Bahnstraße: Die Post verkauft bald auch Bücher

Die Postagentur erweitert ihr Angebot und verkauft bald günstige Bücher. Viele Läden an der Bahnstraße stehen aber weiterhin leer.

Erkrath. Harun Canbulat hat das Gespür fürs richtige Geschäft. Denn der Betreiber der Postagentur an der Bahnstraße wird demnächst eine Lücke im Angebot des Alt-Erkrather Handels füllen, die sich kürzlich aufgetan hat.

„Wir wollen hier Bücher verkaufen“, sagt er und blickt auf den leeren Raum in der anderen Hälfte des Ladenlokals. Seit kurzem hat er doppelt so viel Verkaufsfläche in seinem Laden. Mitmieterin Helga Diehl und ihr Geschäft Landadel sind ausgezogen — nach Neviges.

Schon in zwei Wochen könnten die ersten Bücher verkauft werden. „Wir sind der festen Überzeugung, dass das gut anlaufen wird“, sagt Canbulat, der schon in einer weiteren Postfiliale in Oberhausen in den Buchhandel eingestiegen ist.

Einen vollwertigen Ersatz für die Ende 2011 geschlossene Filiale der Buchhandlung Weber wird es aber an der Bahnstraße nicht geben. „Wir verkaufen preisreduzierte Ware“, sagt Harun Canbulat. „Von Sachbüchern über Romane, Science-Fiction, alles mögliche. Die heißen zwar Mängelexemplare, sind aber alle in Ordnung.“

„Ein Buchhandel könnte sich hier lohnen“, glaubt auch Hermann-Josef Kreuder. „Seitdem Weber dicht gemacht hat, kann man ja nur noch bei Rewe Bücher kaufen.“ Der 52-Jährige kauft oft in der Bahnstraße ein, aber „für die größeren Anschaffungen geht es nach Düsseldorf“.

„Besser als noch ein Leerstand oder ein drittes Nagelstudio“, ist Helga Schmitz’ Kommentar zu den Plänen des Posthalters. „Schauen Sie sich doch mal den Teil vom Bavierplatz bis zur Kirche an. Da steht doch so viel leer.“ Die oftmals beschworene Krise der Bahnstraße mag sie aber nicht sehen — im Gegenteil. „Wir haben endlich wieder ein Schuhgeschäft“, freut sie sich.

Ein Rundgang über die Bahnstraße zeigt es. Gleich neun Ladenlokale an der Bahnstraße und der nahen Kreuzstraße stehen leer. Viele davon — etwa die Räume der ehemaligen Otto-Mess-Filiale oder Schlecker — schon seit Jahren. Zuletzt schloss die Wein- und Schnapshandlung „Rauch und Rausch“.

Zwischen Bavierplatz und Sparkasse ist die Lage besser. Nur ein Laden steht leer, jüngste Neureröffnung ist ein Nagelstudio. „Es sind zwar einige neue Läden dazugekommen“, hat Gabi Schulz festgestellt. „Aber ob die auch alle bleiben?“, fragt sie sich. „Seitdem es das Bavier-Center gibt, kann man hier jedenfalls deutlich einfacher Kleidung einkaufen.“

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