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Alt-Erkrather Wochenmarkt ist ein Rentnermarkt

Einkaufen : Wochenmarkt zieht nur Rentner an

Weil der Markt in Alt-Erkrath nur vormittags läuft, haben Berufstätige das Nachsehen.

Durch die Stände auf dem Bavierplatz schieben sich die Menschen. Manche bleiben vor dem Gemüsestand stehen, andere nehmen das Angebot wahr, frischen Käse zu probieren. Trotz der Kälte herrscht reger Betrieb und doch fällt auf, dass so gut wie keine jüngeren Leute unter den Besuchern sind.

Das sagt auch Dagmar Füllgräbe, die von Hochdahl gekommen ist. „Seit ich in Rente bin, kann ich zum Erkrather Wochenmarkt kommen.“ Für Berufstätige seien die Öffnungszeiten von 8 bis 13 Uhr nicht geeignet. „Es wäre besser, wenn der Markt bis 15 Uhr geöffnet hätte“, sagt Dagmar Füllgräbe. „Ich sehe hier nur Rentner.“

Wochenmarkt gibt immer auch Gelegenheit für einen Plausch

Dem kann Jürgen Schlömer nur zustimmen: „Hier kann man nur als Rentner hinkommen.“ Jürgen Schlömer besucht den Wochenmarkt auf dem Bavierplatz jede Woche. „Hier gibt es immer frische Ware“, sagt er, „und die Leute sind sehr freundlich.“ Auch der neue Fischverkäufer sei sehr freundlich. „Alle vierzehn Tage essen wir Reibekuchen“, sagt Schlömer. Das sei schon ein kleines Ritual. Zurzeit sei der Reibekuchen-Mann aber in Urlaub.

Neben den Einkaufsmöglichkeiten bietet der Wochenmarkt auch immer Gelegenheiten für einen Plausch. „Man trifft eigentlich immer Bekannte.“ Eher sporadisch besucht Gerd Förster den Wochenmarkt in Alt-Erkrath. „Wenn ich herkomme, dann vor allem wegen dem Käse“, erzählt er. „Das Angebot ist sehr groß und man kann auch immer mal etwas Neues probieren.“ Gerd Förster ist ein Käseliebhaber. „Für einen guten Bergkäse oder Camembert lasse ich jede Wurst stehen“, sagt er.

Ansonsten kauft er nicht viel auf dem Wochenmarkt. „Vielleicht mal ein bisschen Obst“, sagt er, „als Rentner braucht man ja nicht so viel.“ Barbara Kröber kommt, wenn es ihr möglich ist, jede Woche zum Markt. „Ich kaufe vor allem Obst und Käse“, sagt sie. „Das Angebot ist auf jeden Fall gut und auch die Beratung ist sehr gut.“ So beantworten die Marktbeschicker gerne alle Fragen ihrer Kunden. Dagmar Füllgräbe bleibt dagegen immer am Gemüsestand hängen. Das Angebot auf dem Wochenmarkt in Erkrath scheint ihr besser als das des Marktes in Hochdahl.

Eine Kundin trifft regelmäßig
ihre Nachbarn auf dem Markt

„Hier gibt es viel mehr regionale Sachen“, meint sie. Das ist für sie ein Argument, ihr Gemüse in Erkrath zu kaufen. Eva Frank ist mit ihrem Hund unterwegs. Sie liebt es, den Wochenmarkt zu besuchen. „Es gibt hier nicht nur alles, was ich so brauche“, erklärt sie, „ich treffe auch immer Nachbarn.“ Dann werden Neuigkeiten ausgetauscht und zuweilen verabredet man sich auch auf einen Kaffee. „Das ist wohl so, dass an einem Freitagmorgen nur Rentner Zeit haben, auf den Markt zu gehen“, sagt sie. „Aber das finde ich jetzt gar nicht so schlimm“, fügt sie mit einem Schmunzeln hinzu.

Eva Frank ist mit einem Rollator unterwegs und kann ihre Einkäufe gleich praktisch verstauen und bequem nach Hause fahren. „Heute habe ich frisches Brot gekauft“, verrät sie, „und mir auch ein kleines Stück Kuchen gegönnt. Das gibt es heute Nachmittag zum Kaffee.“ Dann geht sie mit ihrem kleinen Hund weiter, um sich langsam auf den Heimweg zu machen.