Alfred Niek erzählt auf Platt Geschichten vom Unterbacher See

Alfred Niek erzählt auf Platt Geschichten vom Unterbacher See

Der Baas der Ercroder Jonges erinnert sich daran, wie er auf dem zugefrorenen See Fahrrad fuhr.

Erkrath. Geschichten aus einer längst vergessenen Zeit kann Alfred Niek viele erzählen — tierische Anekdoten von wundersamen Kaninchen, mörderische Fälle von Eifersuchtsdramen auf Erkrather Bauernhöfen oder schelmenhafte Geschichten aus Jugendtagen.

Gespannt lauschende Zuhörer traf er am Wochenende, als der Behindertenverein Erkrath den Erkrather Baas zur Gesprächsrunde ins lauschige Millrather Dorfcafé geladen hatte. Dort stellte Niek die schon fertigen Teile seines neuen Buches vor, das noch in diesem Jahr erscheinen soll. „Die Bauernhöff von Ungerbach“, wird es heißen und ist komplett auf Erkrather Platt geschrieben. Denn für das Platt schlägt Nieks Herz.

„Das ist eine wunderbare Mundart, die immer mehr in Vergessenheit gerät“, sagt er. Doch auch für jüngere Generationen wird das Buch Lektüre bieten, Sitta Köppen hat sämtliche Texte ins Hochdeutsche übersetzt. Wenn einer alles über den Unterbacher See weiß, dann ist des Alfred Niek. „Das ist mein Baggerloch, dort habe ich einen Großteil meiner Jugend verbracht“, sagt der Baas. Klein sei der See damals noch gewesen, ein Strandbad gab es aber schon. „Eintritt kannten wir nicht“, sagt Niek. Sommer wie Winter verbrachte er in den 1950er-Jahren am „Baggerloch“.

„Als der See im Winter zugefroren war, sind wir darauf Fahrrad gefahren. Dass wir nicht eingebrochen sind, grenzte an ein Wunder.“

Auch bei den Mitgliedern des Behindertenvereines wurden Erinnerungen wach. So war der See für die Vorsitzende Karin Fink immer Sperrgebiet: „Da durfte ich nie hin, meine Mutter hatte immer Angst, dass ich ertrinken könnte“, erzählt sie.

600 Bilder hat Niek im Zuge seiner Recherchen für das Buch über den Unterbacher See zusammengetragen. „Im Buch war aber nur für 350 der Abbildungen Platz“, sagt das Urgestein. 41 Bauernhöfe waren einst um den See verteilt, auf jeden davon geht Niek ein. „Das ist bisher wenig beleuchtet, dabei können die Bauernhöfe so viele Geschichten erzählen.“

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