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Einbruchserie in Reitställe: Individueller Code für den Sattel

Einbruchserie in Reitställe: Individueller Code für den Sattel

Nach der Häufung von Diebstählen bietet die Vereinigung der Freizeitreiter eine Markierung analog der für Fahrräder an.

Velbert. Die Reiter in der Region sind beunruhigt: Diebe haben in den vergangenen Wochen zahlreiche Reiterhöfe heimgesucht, Sattelkammern aufgebrochen und hochwertige Sättel sowie Zaumzeug gestohlen.

Um den Sattelklau zu erschweren, hat der Kreisverband Mettmann-Velbert der Vereinigung der Freizeitreiter und -fahrer in Deutschland (VFD) jetzt erstmals die Codierung angeboten.

Bekannt ist das Prinzip als Maßnahme gegen Fahrraddiebstahl. Anhand einer individuellen, in den Rahmen eingeschlagenen Nummer ist es möglich, ein gestohlenes Zweirad beim Auffinden seinem Besitzer zuzuordnen und einen Diebstahl nachzuweisen.

„Das funktioniert bei einem Sattel nicht anders“, erläutert Kerstin Meißner. Die Sportwartin der VFD-Kreisgruppe ist zurzeit zweimal im Monat mit Stefanie und Manfred Schlick aus Dülmen in ganz NRW unterwegs, um Sätteln eine individuelle Kennnummer zu geben.

Konny Häger aus Velbert-Neviges lässt ihren Westernsattel markieren. Knapp 2000 Euro würde er heute neu kosten: „Gute Westernsättel gibt es ab 1500 Euro, klassische Sättel ab etwa 1000 — mit nach oben offenen Grenzen“, sagt die Freizeitreiterin.

So hat Anke Rodewald 4000 Euro für ein amerikanisches Modell bezahlt. Da ist das Geld für die Codierung eine gute Investition: Sie kostet 40 Euro, ist für VFD Mitglieder kostenlos.

Eine halbe Stunde dauert die Prozedur. Mit einem Laptop wird zunächst die sogenannte Eigentümer-Identifizierungs-Nummer (EIN) erzeugt. Sie besteht aus der Kreiskennung — wie beim Autokennzeichen „ME“ für Eigentümer aus dem Kreis Mettmann — einer zehnstelligen, verschlüsselten Zahl für den Wohnort sowie den Initialen des Eigentümers: „Die Vorlage des Personalausweises ist Pflicht“, sagt Löwen.

Mit Prägestempeln schlägt Meißner den Code so ins Leder, das er nicht zu entfernen ist, ohne den Sattel zu zerstören. Anschließend wird er für den „Sattelpass“ fotografiert: Der enthält neben den Eigentümerdaten und dem individuellen Code eine genaue Beschreibung sowie das Foto. Der VFD-Bundesverband führt die Liste aller registrierten Sättel: „So ist ein codierter Sattel nach einem Diebstahl leicht zuzuordnen“, sagt Meißner. lue