„Doggy Day“ im Neanderthal Museum: Nanuk entdeckt seine Ahnen

„Doggy Day“ im Neanderthal Museum: Nanuk entdeckt seine Ahnen

Beim „Doggy Day“ im Neanderthal Museum konnten Hunde am Freitag ihre Vorfahren, die Wölfe, beschnuppern.

Kreis Mettmann. Plötzlich spitzt Nanuk die Ohren. Der weiße Schäferhund hebt den Kopf und streckt die Schnauze Richtung Decke. Seine Augen schweifen suchend durch den Raum der neuen Sonderausstellung „Wölfe“ des Neanderthal Museums. Doch es ist kein Wolf zu sehen, auch wenn der Rüde das Heulen genau gehört hat. Nanuk nimmt Fährte auf.

Etliche Hundebesitzer sind am Freitag mit ihren Vierbeinern ins Mettmanner Neanderthal Museum gekommen, das zum „Doggy Day“ eingeladen hat — eine Aktion zur neuen Sonderausstellung, bei denen Hunde, die ansonsten draußen bleiben müssen, ins Museum dürfen.

„In der Vorbereitung zur Schau habe ich im Internet gelesen, dass solche Hundetage in Museen in Amerika sehr verbreitet sind. Aber auch das Phaeno Science Center in Wolfsburg macht das schon seit längerem“, sagt die stellvertretende Museumsleiterin Bärbel Auffermann.

Sie hat Kontakt zu den Kollegen in Niedersachsen aufgenommen und sich ein paar Tipps geben lassen — zum Beispiel, dass ein Hundeklo bei so einer Aktion unerlässlich ist.

Der zweieinhalbjährige Nanuk schaut es sich zwar an und schnuppert auch einmal an dem Rindenmulch, mit dem die Toilette ausgekleidet ist. Doch interessanter sind für ihn die Exponate im Inneren des Museums.

Der erste Wolf, der die Besucher mit fletschenden Zähnen begrüßt, erschreckt ihn nicht. Schnellen Schrittes läuft Nanuk in den hinteren Teil der Ausstellung, wo die Entwicklung vom Wolf zum Hund dokumentiert wird.

Besonders der ausgestopfte dunkelbraune Rottweiler, der auf dem Boden liegt und seinen Blick scheinbar auf den anderen Exponaten ruhen lässt, hat es ihm angetan. „Ja, der scheint sein Favorit zu sein“, sagt Nanuks Herrchen Hans-Jürgen Brehm, der extra aus Bergisch Gladbach angereist ist.

Nanuk beschnuppert Schnauze und Bauch seines Artgenossen, dann dreht er um und hört erneut das Heulen der Wölfe. Doch er stimmt nicht ein. Zum Erstaunen vieler Herrchen und Frauchen beim „Doggy Day“ wecken die Heullaute nicht das wilde Tier in ihren Lieblingen.

Aber geschnuppert wird, was die Schnauzen hergeben. Die einen lassen es ruhiger angehen, wie etwa die Mischlinge Lara und Benny, die mit ihren 14 Jahren für Hunde schon im Rentenalter sind.

Sie entdecken ausgestopfte Wolfsbabys und können sich kaum von ihnen lösen. Die anderen, wie Nanuk, aber auch wie der dreijährige Border Collie Namo, sind ein wenig wuseliger und stromern von einem Exponat zum anderen.

Cäsar ist da sehr viel gelassener und zeigt sich fast unbeeindruckt angesichts seiner ausgestopften Vorfahren und Artgenossen. Mit seinen 95 Kilo stapft er gewichtig durch die Sonderausstellung und schaut sich ruhigen Blickes alles in gemächlicher Ruhe an. Nur beim Rottweiler kann auch er nicht widerstehen und muss ihn genauer kennenlernen.

„Die Aktion ist doch eine super Idee. Früher, im alten Museum, konnten die Hunde auch immer rein. Das geht ja jetzt nicht mehr. Umso schöner, dass es heute eine Ausnahme gibt“, sagt Cäsars Frauchen Bettina Piepenbrink aus Mettmann. Und wie sie können sich auch andere Hundebesitzer auf einen gemeinsamen Ausflug ins Museum freuen. Drei weitere Termine stehen fest.