Die Rückkehr des Neandertalers

Die Rückkehr des Neandertalers

filmproduktion Der Kölner Autor und Regisseur Florian Steinbiß dreht „Neander-Jin“ und hat damit den internationalen Kinomarkt im Auge.

Kreis Mettmann. Der Neandertaler bietet genügend Stoff für Filmemacher. Für den Kölner Florian Steinbiß ist er sogar die Insperation für eine internationale Kinokomödie. Der Autor und Regisseur plant schon seit langem die Umsetzung eines Themas aus dem Genre "Die Schöne und das Biest", denn "als gebürtiger Bonner habe ich den Neandertaler im Rheinischen Landesmuseum schon als Kind kennengelernt.

Er fasziniert mich eben". Und diese Faszination hat dazu geführt, dass nach jahrelanger Vorbereitung jetzt die Filmklappe zu "Neander-Jin - The Return of the Neanderthal Man" gefallen ist. Gedreht wird natürlich auch - wie könnte es anders sein - im Neandertal. "Alle machen dort toll mit und unterstützen dieses Projekt", freut sich Florian Steinbiß, der sich den Namen "Neander-Jin" schon im Jahr 2000 markenrechtlich schützen ließ.

Natürlich musste Steinbiß, der das Drehbuch gemeinsam mit dem amerikanischen Autoren Jeff Hixon verfasste, ein wenig Neandertaler-Forschung zur Kenntnis nehmen. "Als wir erfuhren, dass sich der Hauptdarsteller zur Vorbereitung auf seine Rolle mit der Gangart von Affen beschäftigt, haben wir schon geschluckt", sagt Bärbel Auffermann, stellvertretende Leiterin des Neanderthal Museums. Jetzt soll der Neandertaler im Film mehr in den Spuren eines Homo neanderthalensis der Wissenschaft laufen.

"Der Film ist eine aberwitzige Farce über den Medienrummel, den der an seinen Ursprungsort heimgekehrte Urahn der Menschheit auslöst", beschreibt Steinbiß. Natürlich gibt es eine Hetzjagd, den Versuch der Vermarktung und auch eine Liebesgeschichte. "Leicht und lustig, aber auch ein wenig scharf und kritisch, verspricht der Film durchweg gute Unterhaltung", sagt Florian Steinbiß, der mit seiner freien Produktionsfirma "Constant Flow Productions" erst einmal auch das finanzielle Risiko trägt. "Hier fließen keine Gelder von Fernsehsendern oder Mittel der Filmförderung. Man kann durchaus auch freie Low-Budget-Produktionen unter 1,8Millionen Euro machen."

Dabei setzt der Kölner Regisseur auf den internationen Markt. Der Film wird in englischer Sprache gedreht, hat eine internationale Besetzung und die Hauptrollen spielen der amerikanische Schauspieler Jon Chardiet und die deutsche Schauspielerin Sarah Mühlhause.

Jon Chardiet hatte seinen Durchbruch 1984 in dem von Harry Bellafonte produzierten Film "Beat Street" und hat seitdem in vielen US-Filmen und Fernsehserien mitgewirkt. So an der Seite von Charlie Sheen in "Money Talk - Geld stinkt nicht" oder Robe Lowe in "One Hell of a Guy".

Die Berlinerin Sarah Mühlhause hatte in diesem Jahr mit dem spanischen Film "Fuga de cerebros", der beim Film-Festival Malaga Premiere feierte und den Publikumspreis gewann, ihren internationalen Durchbruch. Der Film erreichte der ersten Platz der spanischen Kinocharts.

Diesen Erfolg erhofft sich auch Florian Steinbiß im nächsten Jahr, der mit "Neander-Jin" nicht den Weg der kleinen Festivals gehen will. "Das wird ein Film fürs Publikum, und nicht für Filmkritiker. Es gibt Filmverleiher, die schon Interesse gezeigt haben", so Steinbiß.

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