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Der Kahlschlag im Neandertal geht in den kommenden Wochen weiter

Der Kahlschlag im Neandertal geht in den kommenden Wochen weiter

Nach Aussage eines Försters sind deutlich mehr Bäume als vermutet krank.

Kreis Mettmann. Im Neandertal sieht es aus wie nach einer Naturkatastrophe. Dicke Stämme und Äste liegen auf der Straße. Auf dem einst bewaldeten Hang an der Mettmanner Straße (L 357) im Bereich der Hundskopfkurve steht kein einziger Baum mehr. Nur Stümpfe ragen aus dem Boden.

Und bis Ende des Monats werden weitere Bäume, die krank oder nicht mehr standsicher sein sollen, gefällt. Deshalb bleibt die Mettmanner Straße bis zum 28. Februar gesperrt. Eine Umleitung erfolgt weiterhin über Erkrath-Hochdahl (L 403).

Die Mettmanner Straße auf Erkrather Stadtgebiet ist seit dem 3. Februar zwischen der Zufahrt zum Kalkwerk Neandertal und der Hundskopfkurve gesperrt. Eigentlich sollten die Arbeiten längst beendet sein. „Doch das Ausmaß kranker Bäume ist viel schlimmer als erwartet“, sagt Dennis Anders, Leiter des Forstbetriebsbereichs Neandertal.

Von außen hätten viele kranke Bäume gesund ausgesehen, „aber sie waren hohl wie ein Ofenrohr“, sagt Förster Anders. Auch der Mettmanner Dirk Nithammer ließ sich täuschen. Er meldete sich in der Redaktion angesichts des massiven Kahlschlags und fragte, ob dies überhaupt notwendig sei. Sein Eindruck: „Viele der gefällten Bäume sahen für einen Laien gesund aus.“

Nithammers Befürchtung, dass ohne die stützenden Bäume nun bei starkem Regen der Hang abgetragen wird, sieht Jennifer Orzol vom Landesbetrieb Straßenbau NRW nicht. „Die Wurzeln bleiben im Boden und halten den Hang“, sagt sie.

In dieser Woche wird ein ehemaliger Steinbruch von Experten untersucht werden, dessen Felswände an der Straße zwischen Mettmann und Erkrath emporsteigen.

„Möglicherweise müssen dort Sicherungsmaßnahmen durchgeführt werden, die verhindern, dass Steine auf die Straße stürzen“, sagt Jennifer Orzol. Fangzäune unterhalb des Hangs oder ein engmaschiges Netz aus Stahlseilen, das direkt auf der Felswand aufliegt, könnten als Sicherung dienen.

Das Holz der kranken Bäume wird verbrannt oder zu Papier verarbeitet. „Gutes Holz von gesunden Bäumen, die wir aus Sicherheitsgründen fällen mussten, kommen ins Sägewerk“, sagt Anders.