Deilbachmühle: Der Käufer soll das Feuer selbst gelegt haben

Deilbachmühle: Der Käufer soll das Feuer selbst gelegt haben

Kriminalität: Der 28-jährige Oberhausener, der das Hotel und Restaurant ersteigert hatte, soll der Brandstifter sein. Ein Jahr nach dem Großbrand wurde er am Donnerstag verhaftet.

Neviges. Knapp ein Jahr nach dem verheerenden Brand in der Deilbachmühle ist am Donnerstag ein 28-jähriger Mann aus Oberhausen unter dem dringenden Verdacht festgenommen worden, das Feuer gelegt zu haben. Laut Staatsanwaltschaft Wuppertal handelt es sich um den Geschäftsführer der Firma, über die vor rund zweieinhalb Jahren der Kauf des einstigen Hotels/Restaurants im Rahmen einer Zwangsversteigerung abgewickelt worden war.

Der Vorwurf gegen ihn lautet auf besonders schwere Brandstiftung. Denn das Gebäude selbst war zum Zeitpunkt des Brandes zwar unbewohnt, doch die Flammen hätten auch auf das nebenstehende Wohnhaus übergreifen können, in dem Menschen ahnungslos schliefen. Ein Haftrichter schickte den Mann gestern Nachmittag "angesichts der erdrückenden Beweise", so die Mitteilung der Polizei, in Untersuchungshaft.

Bei dem Brand am frühen Morgen des 12. Juli 2009 war ein Schaden von rund 1,5 Millionen Euro entstanden. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der 28-Jährige die offenbar beträchtliche Versicherungssumme kassieren wollte. "Das ist ganz sicher der Hintergrund", sagte Staatsanwalt Wolfgang Neubauer gestern der WZ. Der Beschuldigte hat die Tat jedoch noch nicht gestanden.

Gegen 4.40 Uhr am 12. Juli hatte ein Autofahrer die Flammen entdeckt und die Feuerwehr alarmiert. Das erste Einsatzfahrzeug war nur wenige Augenblicke später vor Ort im Außenbereich zwischen Langenberg und Neviges. Doch trotz aller Bemühungen konnte nicht verhindert werden, dass das einst bekannte Ausflugslokal bis auf die Grundmauern niederbrannte und größtenteils einstürzte.

Die Ermittlungen der Polizei ergaben schnell, dass das Feuer vorsätzlich gelegt worden war. Ende September 2009 setzte der Versicherer eine Belohnung in Höhe von 50000 Euro für Hinweise auf den Täter aus. Bereits damals, so Polizeisprecher Ulrich Löhe, führten eine Reihe von Hinweisen und Spuren ins Ruhrgebiet - speziell nach Essen, Oberhausen und Mülheim. Ein dringender Tatverdacht konnte jedoch nicht gefestigt werden. Dies, so die Polizei, habe sich in der Folge jedoch durch neue Zeugenaussagen und "sehr konkrete Hinweise" auf den 28-Jährigen geändert, so dass gestern Haftbefehl erlassen wurde.

Nach eigenen Angaben wollten die Erwerber die historische, aber nicht unter Denkmalschutz stehende Deilbachmühle zu hochwertigen Wohnungen umbauen. Das Gebäude liegt im Naturschutzgebiet.