Bio-Lieferdienst: Geschäfte mit gesunden Kisten

Bio-Lieferdienst: Geschäfte mit gesunden Kisten

Lieferdienste für gesunde Biowaren liegen im Trend. Thomas Fretter aus Ratingen hat einen solchen Bringservice gegründet.

Kreis Mettmann. Lieferservice für den Mittags- oder Abendtisch — das klingt nach Senioren-Betreuung à la „Essen auf Rädern“ oder nach Pizza-Taxi. Voll im Trend liegen jedoch Bringdienste mit Vitamingarantie. Diese Biokisten, ganz nach Gusto des Kunden zusammengestellt, bieten die ökologische Basis fürs gesunde Kochen. Thomas Fretter aus Ratingen ist in dieses spezielle Geschäft mit Obst, Gemüse und deren Vitaminen eingestiegen.

Durch seine langjährige Tätigkeit als Geschäftsführer im Cateringbereich hatte er bei seinen regelmäßigen Kundenkontakten mit ökologischen Großküchen erfahren, dass der Kreis Mettmann in Sachen Bio-Lebensmittel noch nicht in der ersten Liga steht. „Unsere Gegend ist regelrechtes Öko-Entwicklungsland“, sagt Fretter, der seit 13 Jahren in Ratingen-Lintorf lebt. Deshalb gründete er einen Lieferservice für Biowaren.

Das Prinzip des Unternehmens ist simpel: Kunden können per Telefon, Fax, E-Mail oder im Onlineshop aus über 2000 verschiedenen Artikeln bestellen. Die Bioerzeugnisse werden direkt vom Erzeuger zum Empfänger gebracht. „Durch die regelmäßigen Kontrollen und dadurch, dass es keine Zwischenlagerung gibt, sind unsere Waren frisch“, erklärt Fretter ein Grundprinzip seiner Firma, die mittlerweile drei Mitarbeiter im Vertriebsbereich beschäftigt.

Die Qualitätskontrollen bei Biowaren seien streng, die Partnerbetriebe seit Jahren ökozertifiziert. Dazu gehört, dass auch Dünger und Futtermittel strengen Auflagen unterliegen. Auf Nachfrage der Behörden sind die Unternehmen verpflichtet, ihre Bücher offenzulegen. Fretter nimmt die Produktionsflächen seiner Lieferanten allerdings auch regelmäßig selbst unter die Lupe.

Seine Firma beliefert nicht nur Privatkunden, auch für Firmen hat er eine Abo-Kiste im Angebot. Außerdem ist der Biohändler zugelassener Schulobst-Lieferant. Derzeit versorgt er im Rahmen des Schulobstprogrammes Schulen in Wülfrath und Hilden mit frischem Obst. Und seit neuestem kooperiert Fretter auch mit dem TuS Lintorf. Einen Kooperationsvertrag haben beide Seiten bereits unterzeichnet.

Zu den wenigen Lieferanten von Bio-Ware im Kreis Mettmann gehört auch der Hof zu Hellen in Windrather Tal in Velbert. 250 Abonnenten werden von dort aus mit Möhren, Paprika, Kohlrabi und Co. beliefert, „je nachdem, was in der Saison gerade wächst“, sagt Ulrich Krispin, einer der drei Betriebsleiter des Bauernhofs im Velberter Stadtteil Neviges.

Die Biokisten mit einem Mindestbestellwert von zehn Euro gehen nach Düsseldorf, Ratingen, Mettmann, Solingen und Remscheid. „Die Kunden kommen aus allen Schichten, und jeder hat seine eigene Motivation, warum er eine Biokiste haben will“, sagt Krispin. Der eine lege Wert auf Bioware, ein anderer würde die Abokiste bestellen, „weil es einfach bequemer ist, sie geliefert zubekommen als selbst zum Hof zu kommen“.

Den Hunger nach Bio-Gemüse stillt auch ein Lieferservice, der ebenfalls seinen Sitz in Velbert hat. Im großen Stil vertreibt „Das Bio Abo“, so der Name des Lieferdienstes, Gemüse, Backwaren, aber auch Feinkost, Getränke und Milchprodukte. Viele Waren stammen vom Schepershof im Windrather Tal.

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