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AfD will einen Parteisprecher ausschließen

AfD will einen Parteisprecher ausschließen

Politiker sehen sich mit dem Vorwurf konfrontiert, eines ihrer Vorstandsmitglieder sei rechtsradikal.

Kreis Mettmann. Kaum gegründet holt den Kreisverband Mettmann der Partei Alternative für Deutschland (AfD) schon ein aus seiner Sicht unschönes Stück jüngste Vergangenheit ein.

Auf der Homepage der Partei steht in der Funktion des stellvertretenden Sprechers der Name Volker Reusch. Der Mann kommt aus Ratingen, gibt als Beruf Unternehmensberater an — und ist Vorsitzender einer Partei, die sich „Bürgerbewegung der Sozialkonservativen Deutschlands“ nennt — kurz „BB“.

Nach Einschätzung des Antifaschisten Bündnisses Mettmann weisen zahlreiche Äußerungen von Reusch rechtsradikale Tendenzen auf. Dem steht die Aussage des Staatsschutzes in Düsseldorf entgegen, der angibt, „noch nie ’was von der Partei gehört zu haben“. Entsprechend werde sie auch nicht beobachtet.

Die AfD reagiert auf die Vorwürfe der Antifa gleichwohl hektisch. In einem Antwortschreiben, das der WZ vorliegt, räumt ein Vorstandsmitglied der AfD ein, „die Geschichte des Herrn Reusch zu kennen“. Und weiter: „Als wir im Juni 2013 den Kreisverband Mettmann gründeten, hat Herr Reusch seine Herkunft verschwiegen.“

Als diese der AfD bekannt wurde, sei Reusch nicht bereit gewesen, zurückzutreten. Und überhaupt mache Reusch bei der AfD schon lange nicht mehr mit und solle in Bälde aus der AfD ausgeschlossen werden.

Am Telefon bestätigt die AfD-Dame aus Mettmann diese Angaben — um sie Stunden später zurückzuziehen. Sie habe nicht gewusst, dass sie mit der Presse spreche und sei schließlich nur eine Privatperson, übernimmt AfD-Beisitzer Gottfried Ottweiler aus Mettmann für sie die Kommunikation.

Damit hat die Bürgerbewegung „BB“ eines auf jeden Fall mit der AfD gemein: Auch Volker Reusch möchte seine Sicht der Dinge nicht im Gespräch mit der Presse äußern. Der Bitte um Rückruf in der Duisburger Parteizentrale folgt er nicht.