Meinung: Zu viel gewollt

Meinung: Zu viel gewollt

Die Entscheidung von Christian Ehrhoff ist zu 1000 Prozent nachvollziehbar — und zu diesem Zeitpunkt richtig.

Krefeld. Bei aller Enttäuschung, die ein Pinguin im ersten Moment verspüren muss, egal ob auf der Nordtribüne, beim noblen VIP-Schnittchen oder im Geschäftszimmer: Die Entscheidung von Christian Ehrhoff ist zu 1000 Prozent nachvollziehbar — und zu diesem Zeitpunkt richtig. Es scheint, als haben die Verantwortlichen beim KEV zu viel gewollt. Auch das ist verständlich, aber taktisch falsch im Tauziehen um einen, der — noch — einfach nur spielen will. Dass Ehrhoff sich bei den Haien besser auf die WM vorbereiten kann, wirkt vorgeschoben. Auch in Krefeld wird professionell trainiert, unter Fritzmeier sehr modern.

Einen gewichtigen Grund für die Absage platziert der Weltklasse-Verteidiger zwischen den Zeilen. Zuviel Verantwortung für einen sympathisch bis kultigen, finanziell aber chronisch klammen Club, ist für einen viele Millionen schweren Heimkehrer einfach kein gutes Argument. Wer möchte wider besseren Wissens in einem traditionell euphorischen Umfeld falsche Erwartungen wecken?

Ehrhoff nicht. Schön, dass die Fans sich geschüttelt haben und einfach weiter ihre Pinguine feiern. Der Club ist eben größer als einzelne Hoffnungsträger. Dass Geschäftsführer Krippner angesichts dieser souveränen Fan-Reaktion noch mal Öl ins Feuer kippt, ist unnötig. Einen „nicht zu kittenden Riss“ sieht Ehrhoff jedenfalls nicht. Warum auch? Wir reden hier von Profisport.