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Zoobrücke: Kritik an der Schließung

Zoobrücke: Kritik an der Schließung

Unterführung oder Sanierung: ADFC und Grüne wollen die Route erhalten.

Bockum. Das Votum aus dem Bezirk Ost, die Zoobrücke zu schließen und eine Alternativroute auf der Uerdinger Straße auszuweisen, trifft beim Allgemeinen Deutschen Fahrradclub (ADFC) auf Kritik. Bei der vorgeschlagenen Umfahrung für beide Richtungen auf einem linksseitigen Radweg seien an der Kreuzung Violstraße Konflikte zwischen Autofahrern und diesen „Geisterradlern“ zu erwarten, meint ADFC-Vorsitzender Andreas Domanski. Radler müssten eine eigenes Signal bekommen.

„In der ganzen Debatte wird aber leider außer Acht gelassen, dass die Zoo-Brücke auch Teil der Radachse Bockum ist. Die Krefelder Radachsen sind direkte, möglichst auto- und kreuzungsarme, gekennzeichnete Verbindungen zwischen den Stadtteilen und dem Zentrum.“ Statt die Schließung der Brücke zu beantragen, sollte die Bezirksvertretung Alternativen wie den Ersatz der Brücke durch eine Unterführung prüfen (lassen).

Sicherungen an der Brücke könnten außerdem das Eindringen Fremder auf das Zoogelände zumindest erschweren. Anlässlich dieser Debatte wird der ADFC seine Sonder-Abendradtour am 12. Juni zum 200. Jahrestag des Fahrrads über diese Radachse und die Brücke führen. Beginn: 18.30 Uhr, Von-der-Leyen-Platz.

Die Sorge, dass die Zoobrücke dauerhaft geschlossen werden könnte, treibt auch die Grünen um, die im Bauausschuss die Weichen für eine Sanierung stellen werden. „Einiges kommt in der bisherigen Diskussion viel zu kurz“, sagt Ratsherr Daniel John. „Die Zoobrücke ist Teil des NRW-Hauptradwegenetzes und stellt eine attraktive West-Ost-Verbindung auch für Fußgänger dar. Eine Schließung wäre ein herber Verlust.“ Die Grünen wollen, dass die Sanierungskosten in den Haushaltsentwurf 2018 aufgenommen werden. „Krefeld braucht ein besseres Radwegenetz und keine Rückschritte“, betont Daniel John. vlo