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Krefeld: Zoo: Künstler für Nashorn-Unikate gesucht

Krefeld : Zoo: Künstler für Nashorn-Unikate gesucht

Die Zoofreunde rufen Kreative auf, die Rohlinge in besondere Skulpturen zu verwandeln.

Krefeld. Gabriele Leigrafs kleiner Hund wedelt begeistert mit dem Schwanz, als sich die Künstlerin in ihrem Atelier zu ihm hinunterbeugt. Zärtlich streichelt ihm die 54-Jährige über den Kopf. Dann wendet sie sich wieder ihren neuen „Haustieren“ zu. Ein paar Nashörner stehen neben Pinseln, Farbtuben und anderem kreativen Werkzeug auf einem Tisch ihrer Galerie an der Evertsstraße. Zwei der aus Kunstharz gegossenen, 40 Zentimeter großen und 1,4 Kilo schweren Tiere hat die Krefelderin gestaltet. Und gehört damit zu den ersten Künstlern, die an der neuen Spendenaktion der Zoofreunde teilnehmen. Rhino-Art heißt die.

Nach der Aktion Pinguin-Art im Jahr 2012, bei der von Künstlern gestaltete Skulpturen der Seevögel gegen Spende einen Paten fanden und so Geld für die neue Pinguin-Anlage gesammelt wurde, stehen nun die Rhinozerosse im Mittelpunkt. Der Verein sucht deshalb kreative Köpfe aus der Kunstszene, die sich der weißen Rohlinge annehmen und für den guten Zweck Einzelstücke schaffen.

Diesmal sind die Spenden für die geplante Afrikasavanne und den Bau der Pelikan-Lagune vorgesehen. Wer mindestens 250 Euro spendet, wird mit einem Unikat von Nashorn „verpatet“, wie es der Vorsitzende der Zoofreunde, Friedrich Berlemann, nennt, und „darf es mit nach Hause nehmen und darauf aufpassen“, wie Gabriele Leigraf das Prozedere formuliert.

Zu ihren beiden ersten Unikaten gehört „Dynamik pur“, das die Malerin mit oranger und violetter Farbe gestaltet hat und das auf einer Leinwand steht, auf die sie unter anderem Sand aus Namibia aufgetragen hat.

Der etwas sperrige Name des zweiten Exemplars — „Beziehung der Lebewesen zur lebendigen Natur“ — erklärt sich aus einer Textzeile der Biologiebuch-Seiten, die Leigraf als Collage auf den Nashorn-Rohling aufgetragen und mit Farbe und Öllasur nachgearbeitet hat.

Gesellschaft hat das Duo der Künstlerin, die Malerei und Grafik studiert hat, seit 16 Jahren ihr Galerie-Atelier hat und seit fünf Jahren damit an der Evertsstraße sitzt, von einem extrem gut gekleideten Nashorn-Pärchen bekommen. Die langhaarige Blondine mit vier Pumps und Perlenketten und ihr Partner mit aus Filz gefertigtem Zylinder, schwarzem Anzug und getupften roten Socken an den Hinterläufen hat Alla Grande erdacht und umgesetzt. „Ich könnte mir vorstellen, dass das ein schönes Geschenk für Brautpaare ist“, sagt die Krefelderin, die eigentlich Architektur studiert und zunächst als Architektin gearbeitet hat, aber dann ihrer Liebe nachgehen wollte: Kunst und Design.

Seitdem arbeitet sie unter anderem für Firmen im Heimtextil-Bereich. „Aber ich engagiere mich als Gegengewicht zwischendurch auch immer wieder für soziale Projekte“, erzählt die Künstlerin und Designerin. Bei der Rhino-Art kann sie nun beides verbinden. Die zusätzlichen Details an „Brad und Jolie“ hat sie mit speziellem Mörtel umgesetzt. Das ging ihr leicht von der Hand, „weil ich früher viel in 3D-Technik gearbeitet habe“, erzählt sie.

Während Gabriele Leigraf für ihren Entwicklungsprozess die weißen Nashorn-Rohlinge erst einmal vier Tage in ihrem Atelier stehen hatte, bevor die zündende Idee kam, ereilte Alla Grande die Inspiration in der Nacht. „Das ist bei mir aber häufig so, dann entwickle ich das ganze Projekt bis ins Detail durch“, sagt die Bockumerin, die in der Nähe des Zoos wohnt und nachts durchaus schon mal von Seelöwen und anderen Tieren geweckt wird.

Im Gegensatz zur Pinguin-Aktion vor vier Jahren, an der beide Künstlerinnen auch schon teilnahmen, sind die Nashörner ein deutlich schwierigeres Sujet. „Sie haben einfach nicht so große, glatte Flächen“, deutet Leigraf auf die Körper- und Muskelfalten der Kunstharz-Vierbeiner.

Am 2. September werden die beiden sehen, wer sich dieser Aufgabe stellt. Dann sind alle Künstler, die sich beteiligen wollen, zur Kick-off-Veranstaltung in den Zoo eingeladen.