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Ziellenbach-Haus: Soll Stück der Straße an Investor gehen?

Neubaupläne an der Friedrichstraße : Ziellenbach-Haus: Soll Stück der Straße an Investor gehen?

Der Kauf des Ziellenbach-Hauses an der Ecke St.-Anton-/Friedrichstraße durch einen Frankfurter Investor war für die Stadt eine gute Nachricht. Denn das schon lange leer stehende und verkommende Gebäude soll durch einen Neubau ersetzt werden.

Nach dem derzeitig gültigen Bebauungsplan müsste dieser eine Baulinie nutzen, die knapp fünf Meter in die Friedrichstraße hinein ragt. Ob es dabei bleiben soll, darüber gibt es in den Ratsfraktionen keine Einigkeit.

Besagte Baulinie war auf Wunsch des Bekleidungshauses Peek und Cloppenburg eingerichtet worden, das dort ein Millionenobjekt bauen und damit möglichst gut sichtbar sein wollte. Diese Pläne kamen nicht zustande. Eben so wenig der schon vorbereitete Verkauf des Fünf-Meter-Streifens an P&C, sagt Jürgen Hengst (SPD). Damit habe die Stadt nun für die Verhandlungen mit dem neuen Investor ein „Faustpfand“. Die SPD setze darauf, dass die Baulinie nicht mehr benötigt werde. „Sie macht auch keinen Sinn mehr.“ Dafür brauche es keine B-Plan-Änderung, sondern nur eine Ausnahmeverfügung.

Nach Auskunft des CDU-Planungsexperten Jürgen Wettingfeld bevorzuge seine Fraktion im Prinzip die jetzige Straßenflucht. „Zuvor erwarten wir jedoch eine fachliche Expertise der Stadtverwaltung, bevor wir uns hierzu endgültig festlegen.“

Für die FDP stellt Joachim Heitmann klar, dass „nach unserer Ansicht die historische Straßenflucht kein Ausschlusskriterium sein muss“. Nach vorliegenden Informationen sei der neue Investor daran interessiert, den genannten Straßenraum für sich nutzen zu können. „Wenn es dabei bleibt, sollte man hierauf eingehen und den Verkauf durchführen.“

Wie Heidi Matthias (Grüne) erklärt, favorisiere sie eigentlich den Erhalt des Ziellenbach-Hauses. Der geplante Neubau müsse dessen Formgebung unbedingt zitieren. Gegen den massiven Eingriff in den Straßenraum habe ihre Fraktion immer Bedenken gehabt. „Jetzt haben wir die Chance, diese unsägliche Idee zu beerdigen.“

Auch aus Sicht der UWG sollte die historische Straßenflucht beibehalten werden. Andreas Drabben: „Konsequenterweise sollte ein B-Plan-Änderungsverfahren eingeleitet werden, damit die Fluchtlinie gesichert ist.“ WD