Zahl der Krätze-Fälle in Krefeld steigt

Zahl der Krätze-Fälle in Krefeld steigt

Das Helios-Klinikum registrierte in diesem Jahr 180 Fälle. Das sind dreimal so viel wie in der ersten Jahreshälfte 2015.

Krefeld. 400 gemeldete Fälle von Krätze hat es in diesem Jahr in Duisburg gegeben. Auch in Krefeld haben sich Krätze-Erkrankungen laut Helios Klinikum vermehrt: Dieses Jahr liegt die Zahl bei rund 180 — dreimal so viel wie in der ersten Jahreshälfte 2015, wie ein Sprecher des Helios Klinikums Krefeld berichtet.

Die Krätzmilben, auch Skabies genannt, sind befruchtete, bis 0,5 mm große Parasiten. Sie graben sich in die Haut und legen dort Eier und Ausscheidungen ab. Das ruft Hautreaktionen wie Pickelchen und Juckreiz hervor.

„Seit einiger Zeit haben die Skabies-Fälle in ganz Deutschland stark zugenommen“, sagt Valentin Riemer, Referent des Helios Klinikums. Dort würden monatlich über 15 Patienten aus Krefeld und Umgebung behandelt, größtenteils ambulant. Die Patienten kämen erst ins Klinikum, wenn die Therapiemöglichkeiten des jeweiligen Hausarztes ausgeschöpft seien. Beim Gesundheitsamt Krefeld wurden seit Oktober 20 Fälle gemeldet. Dies sind aber ausschließlich Erkrankte von Gemeinschaftseinrichtungen wie Pflegeheime oder Schulen. Denn nur diese Unternehmen unterliegen einer Meldepflicht beim Amt.

Die Übertragung erfolgt hauptsächlich durch mehrminütigen Körperkontakt. Daher ist es in Krankenhäusern oder Pflegeeinrichtungen besonders wichtig, entsprechende Maßnahmen zu befolgen. Artur Krämer vom Lazarus-Haus für stationäre Pflege erklärt das standardisierte Vorgehen des Hauses: Beim Erkennen der Krankheit wird sofort der Hausarzt des Betroffenen informiert. Hygienische Anordnungen sind das Tragen von Handschuhen und Einmalkitteln, das Benutzen von Desinfektionsmittel und das Reinigen von Kleidung und Bettwäsche. In schweren Fällen kann es bis zur Isolierung des Mitarbeiters kommen, um weitere Bewohner zu schützen. Im Lazarus-Haus sei aber seit Oktober niemand von Krätze betroffen gewesen, so Krämer.

Valentin Riemer zählt ähnliche Vorgehensweisen auf. Dem Klinikum stehen aber weitere Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung. Es sind verschiedene Medikamente, sogenannte Skabizide, vorhanden. In Form von Salben, Cremes, Emulsionen oder Tabletten töten sie die Milben meistens innerhalb von acht bis 24 Stunden ab. Auch in der Kursana Residenz hat es noch nie Fälle von Krätze gegeben, so Direktorin Angelika Hensen.

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