Mitbestimmung Wünsche der Krefelder an die EU

„Ihr da oben, wir da unten“ ist der Titel eines Buches von Bernd Engemann und Günter Wallraff, das schon vor Jahren die wachsende Kluft in der Gesellschaft thematisiert hat. „Ihr da oben, wir da unten“ beschreibt ebenso das Gefühl vieler Bürger, wenn sie an die Europäische Union und ihre Schaltzentralen in Brüssel und Straßburg sowie deren Politik denken.

 Elli Kreul hat die Trägerschaft für die Demokratiewerkstatt am 13. April übernommen.

Elli Kreul hat die Trägerschaft für die Demokratiewerkstatt am 13. April übernommen.

Foto: Ja/Jochmann, Dirk (dj)

Im Europawahljahr 2024 findet deshalb am 13. April ein kleines Sozialforum unter der Überschrift „Wir gestalten Europas Zukunft mit . . .“ im Tagestreff „Die Brücke“ an der Lewerentzstraße 104 statt.

Die Trägerschaft für die sogenannte Demokratiewerkstatt Krefeld hat Emmaus übernommen, in Person  Elli Kreul, die Gründerin der Krefelder Gemeinschaft und heutige Geschäftsführerin. Unterstützt wird sie darin von der Landeszentrale für politische Bildung NRW und von dem Krefelder Lars Meyer von „Die Werkstatt“.

In der sechsstündigen Veranstaltung wollen sie in kleineren Gruppen gemeinsam mit Krefeldern, Emmaus-Leuten aus NRW, Europakandidaten der Parteien, Vertretern der Verwaltung, dem Flüchtlingsrat, dem Sozialbündnis für Toleranz und Demokratie, der NS-Dokumentationsstelle, aber auch Menschen, die ihren Lebensmittelpunkt auf der Straße haben, „von unten“ Probleme benennen und Visionen, Wege und Strategien im Gespräch entwickeln.

Die sollen auf der „oberen Ebene“ in Brüssel durch die Multiplikatoren wie Emmaus Europa und Europa-Abgeordnete dann auch Gehör finden. „Wir wollen ein unmittelbares, gemeinsames Sprachrohr sein und mit Emmaus Brücken bauen und keine Einbahnstraßen“, sagt Meyer. Die großen Themenbereiche und Herausforderungen für Europa zugleich, die nach ganzheitlichen Lösungsansätzen verlangen, sind laut Elli Kreul: Klima/Nachhaltigkeit, soziale und Gender-Gerechtigkeit, Rechtsextremismus, Kriege, Migration.

„Der Bürger hat normalerweise das Gefühl, dass er kein Mitspracherecht bei Entscheidungen in Brüssel hat, obwohl er ja seine politischen Vertreter wählen kann“, sagt Meyer. Ein guter Ansatz seien deshalb die Demokratiewerkstätten.

Elli Kreul erinnert an die letzte Demokratiewerkstatt 2021 in Krefeld zum Thema Wohnen – und den erst schleppend, dann intensiver werdenden Austausch der verschiedenen Gruppen. Ergebnisse solcher Austausche sei der neue Fachbereich Wohnen, „Obdach Krefeld“ an der Feldstraße,  die Obdachlosen-Arbeit und Obdachlosen-Hilfe. All das Themen, die auf kommunaler Ebene auf offene Ohren stoßen und dort auch parallel liefen. Bis auf den Punkt „öffentliche Toiletten im Straßenraum“ ist sie mit den Ergebnissen zufrieden. Das gleiche erhofft sie sich nun auch für das Thema Europa.

 Jeder ist am 13. April von 13 bis 19 Uhr willkommen. Um eine vorherige Anmeldung wird wegen der notwendigen Organisation gebeten, unter der Adresse [email protected] .  „Das Sozialforum ist niederschwellig, die Teilnahme macht Spaß und alle kommen zu Wort“, verspricht Meyer.

Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort