Lindenstraße: Wortgefecht sorgt für Ärger in der Flüchtlings-Notunterkunft

Lindenstraße : Wortgefecht sorgt für Ärger in der Flüchtlings-Notunterkunft

In der Notunterkunft Lindenstraße soll sich ein städtischer Mitarbeiter abfällig gegenüber Flüchtlingen geäußert haben.

Krefeld. In der Flüchtlings-Notunterkunft in der Turnhalle an der Lindenstraße soll es kürzlich zu Auseinandersetzungen mit städtischen Mitarbeitern gekommen sein. Zwei syrische Flüchtlinge sollen sich gegenüber einem Mitarbeiter des Fachbereichs Soziales kritisch über die Dauer des Aufenthalts unter diesen Bedingungen geäußert haben.

Den Asylsuchenden, die dort teilweise seit einem halben Jahr ohne jegliche Rückzugsmöglichkeiten leben, hatte man ursprünglich versichert, dass ihr Aufenthalt dort nur wenige Wochen betragen werde. Der betreffende Mitarbeiter der Stadt wurde auf der Montags-Kundgebung (die WZ berichtete) öffentlich zitiert.

Er soll gesagt haben: „Wenn es euch hier nicht passt, könnt ihr sofort eure Taschen packen und hingehen, wo ihr wollt.“ Im weiteren Verlauf soll es dann zu dieser Äußerung gekommen sein: „Warum seid ihr nicht in der Türkei geblieben, das ist ein muslimisches Land, wir sind hier ein christliches.“

Wolfram Gottschalk, Leiter des Fachbereichs: „Bei diesem Termin wurde ein Mitarbeiter von zwei syrischen Bewohnern in ein Wortgefecht verwickelt, da sie mit der Unterbringung in der Turnhalle unzufrieden waren. Dieses Gespräch wurde auf Englisch geführt. Da beide Parteien nur eingeschränkte Englischkenntnisse besitzen, mag dies zu bedauerlichen Missverständnissen geführt haben.“

Weiter stellt Gottschalk fest: „Aus meiner Sicht hat sich das Gespräch unglücklich entwickelt. Ich werde den aktuellen Fall zum Anlass nehmen, nochmals gezielt die Mitarbeitenden zu sensibilisieren. Gegenüber Flüchtlingen sind meine Mitarbeitenden grundsätzlich offen und positiv eingestellt, haben eine positive Grundhaltung gegenüber Fremden und können häufig Erfahrungen aus der eigenen Migrationsgeschichte in die Arbeit einbringen.“

Grundsätzlich, so Gottschalk, würden alle Mitarbeitenden in der Flüchtlingsbetreuung im Hinblick auf ihre anspruchsvolle Tätigkeit auch im Hinblick auf die Kommunikation mit Flüchtlingen geschult. Darüber hinaus werden Deeskalationsseminare für die Unterkunftsbetreuer durchgeführt.