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Wohnstätte Krefeld: Trotz hoher Baustellenkosten gibt's Rekordergebnis

Wohnstätte Krefeld : Wohnstätte: Dauer-Baustellen kosten Millionen mehr als geplant

Für einen Vergleich und ein weiteres Verfahren fallen Mehrkosten in Höhe von über fünf Millionen Euro an. Trotzdem wird ein Rekordergebnis erzielt.

Die städtische Wohnungsgesellschaft Wohnstätte Krefeld hat ein wirtschaftliches Erfolgsjahr hingelegt. „Es ist das beste Ergebnis, das wir je erzielt haben“, erklärt Vorstand Thomas Siegert zum aktuellen Geschäftsbericht. Und das, obwohl zwei Bauprojekte mit deutlich höheren Gesamtkosten als geplant in der Bilanz veranschlagt werden mussten. Mehr als fünf Millionen Euro zusätzlich werden wegen zweier Rechtsstreitigkeiten dafür beziffert.

Zum einen handelt es sich um einen finanziellen Batzen in Höhe von 2,854 Millionen Euro für ein Mediationsverfahren vor dem Landgericht Krefeld um den Neubau des Verwaltungsgebäudes der Gesellschaft. Die Wohnstätte hatte im September 2016 einen Baustopp an der Petersstraße ausgesprochen. Erst ein halbes Jahr später konnten die Rohbauarbeiten wieder begonnen werden, nachdem die Wohnstätte eine neue Baufirma beauftragt hatte.

Hintergrund der juristischen Auseinandersetzung war die denkmalgeschützte Fassade der früheren Werkkunstschule gewesen, die in den Neubau integriert werden musste. Das Verfahren endete mit einem Vergleich, Gesamtkosten nun: 22,67 Millionen Euro.

Einen weiteren Rechtsstreit gab es um die Ostwall-Passage. Ein Vergabe-Nachprüfungsverfahren vor dem OLG Düsseldorf sorgte nach den Erdarbeiten für einen 15-monatigen Baustopp. „Wir haben in beiden Instanzen gewonnen“, sagt Thomas Siegert. „Aber die Kosten für die Verzögerung haben wir zu tragen. Das ist nun mal Gesetzgebung.“ Unter anderem die Baukosten seien in dieser Zeit um zehn bis zwölf Prozent gestiegen. In Zahlen liest sich das so: fast 2,3 Millionen Euro Mehrkosten für das nun 19,89 Millionen Euro teure Projekt.

Verzögerung der Fertigstellung verbessert Vermarktungsposition

Der Geschäftsführer weist aber darauf hin, dass sich durch die Verzögerung die Vermarktungsoptionen verbessert habe. „Die Mietpreise sind in der Zeit gestiegen.“ Dagegen seien die Kapitalmarktzinsen für Kredite auf dem alten Niveau geblieben. „Wirtschaftlich bedeutet das in den Auswirkungen für uns kein negatives Ergebnis.“

Der Jahresüberschuss der Wohnstätte, die zu 70 Prozent der Stadt gehört, hat sich von 7,28 auf rund 7,48 Millionen Euro erhöht. Die Umsatzerlöse belaufen sich auf 58,6 Millionen Euro. Ende 2018 befanden sich bei der Wohnstätte Krefeld insgesamt 169 Wohnungen und elf Gewerbeeinheiten im Bau. Weitere 32 Wohnungen werden umgebaut. Die Gesellschaft bewirtschaftet derzeit etwa 8848 Wohnungen/Gewerbeeinheiten und zwei Seniorenheime. An dem Gesamtwohnungsbestand machen die 3- und 4-Zimmerwohnungen einen Anteil von 58,8 Prozent aus. Die Nachfrage der Zwei-Zimmer Wohnungen mit einem Anteil von 32,63 Prozent hat eine steigende Tendenz. Im Geschäftsjahr 2018 fanden 784 Mieterwechsel statt, was einer Fluktuationsrate von 8,9 Prozent des Wohnungsbestandes entspricht.