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Bunker: Wohnen im Hochbunker

Bunker : Wohnen im Hochbunker

Ausschuss stimmt Bebauungsplan für Schönwasserstraße zu.

Krefeld. Wohnraum ist rar. Deshalb will die Stadt die Chance nutzen, und von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) in Bonn, der die Immobilie gehört, den Hochbunker an der Schönwasserstraße kaufen. Er soll als Standort der Krefelder Tafel gesichert und im Dachbereich eine wohnverträgliche Büronutzung etabliert werden. Darüber hinaus könnten im Bunker zukünftig Wohnungen entstehen. Wie das umgesetzt werden kann, ist als Beispiel derzeit gut in Fischeln am Marienplatz am ehemaligen Schutzbunker zu sehen. Die Bauunternehmung Hambloch baut dort 28 neue Wohnungen in einer Größe von 65 bis 150 Quadratmetern.

Im Planungsausschuss am Dienstagabend hat die Bauverwaltung einen entsprechende Vorlage eingebracht. Für den Bereich Bunker Friedrich-Ebert- und Schönwasserstraße soll zunächst der Bebauungsplan mit der Nummer 821 eingeleitet werden. Die Verkaufsverhandlungen mit der Bundesanstalt werden derzeit geführt. Nach einem heftigen Sturm Anfang des Jahres war der Dachbereich stark beschädigt worden und die im Bunker untergebrachte Krefelder Tafel musste schleunigst umquartiert werden. Das Gebäude drohte einzustürzen.

Die Bundesanstalt hatte sofort Hilfe zugesagt, wegen der Höhe des Schadens will sie jedoch den Bunker inzwischen verkaufen und ihn damit aus seiner Nutzung entlassen. „Damit ergibt sich die Möglichkeit, ein Allgemeines Wohngebiet entsprechend der Darstellung des gültigen Flächennutzungsplanes zu realisieren. Die Krefelder Tafel soll dort verbleiben.

Der Bunker ist seit einigen Wochen eingerüstet, hat aber immer noch kein neues Dach erhalten. Das soll laut Vorstellungen der Bundesanstalt der neue Eigentümer übernehmen. Für die Tafel und ihren Vorsitzenden Hansgeorg Rehbein hat sich kurzfristig eine neue Chance ergeben. Wie berichtet, konnte die Tafel jetzt umziehen in das Haus des Christlichen Vereins Junger Menschen (CVJM) am Westwall 71.

Dreimal pro Woche, montags, mittwochs und donnerstags, können Bedürftige dort vorbeischauen. In zentraler Lage, auch für die Menschen aus dem Südbezirk gut erreichbar. Bisher gab es das Provisorium auf dem Schulhof der Gesamtschule Kaiserplatz in Sichtweite des Hochbunkers und des Büros der Tafel. Damit ist jetzt Schluss. Der Container und das Zelt mussten verschwinden. Im Herbst 2014 hat der Stadtrat die Einführung einer Prioritätenliste zur Bearbeitung von Bebauungsplanverfahren der Stadt beschlossen. Danach schlägt die Verwaltung vor, den B-Plan 821 auf Rang 29 zu platzieren. Direkt hinter dem Bauvorhaben Kaserne Kempener Feld.