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Wochen gegen Rassismus: Krefelder Footballer und Stadt engagieren sich

Internationale Wochen gegen Rassismus : Ravens: 23 Nationen bilden ein Team

Die Krefelder Footballer sind Teil eines Projekts der Stadt Krefeld im Rahmen der „Internationeln Wochen gegen Rassismus“.

100 Spieler stehen im Kader der Krefeld Ravens für die 1. Mannschaft. Die Footballer aus dem Kaiser-Wilhelm-Park sind damit das größte Einzelteam im Krefelder Sport. Aber nur 50 Spieler können an einem Spieltag den Sprung ins Aufgebot schaffen, elf Spieler stehen in unterschiedlichen Formationen immer gleichzeitig auf dem Feld.

Der Konkurrenzkampf ist groß. Und doch gibt es die Ravens nur als das große Ganze, sagt Christoph Wittfeld. „Egal ob klein, groß, dick, dünn, Deutscher oder Nicht-Deutscher: Bei uns erhalten alle ihre Chance, weil wir als Mannschaft jeden Einzelnen brauchen, genauso wie er ist“, betont das Ravens-Vorstandsmitglied. 23 Nationen trainieren, gewinnen und verlieren gemeinsam auf dem Rasen und stellen damit wie so viele Krefelder Sportvereine ein gelungenes Beispiel für gelebte Vielfalt dar.

Erst der Sport, dann die Infos zu Rassismus und Diskriminierung

Gemeinschaft ist ein hohes Gut für die Ravens, über alle Barrieren des Lebens hinweg. Auch deshalb wurde die Footballabteilung des Verein für Rasensport (VfR) Krefeld im März vergangenen Jahres als anerkannter Stützpunktverein für Integration durch Sport durch den Deutschen Olympischen Sportbund und des Bundesinnenministerium ausgezeichnet. Jetzt wurde der Club wieder gefragt, ob er sich engagieren will. Dr. Tagrid Yousef, Integrationsbeauftragte und Leiterin des Kommunalen Integrationszentrums (KI), sprach die Ravens an, ob sie sich mit vielen anderen in der „Internationalen Wochen gegen Rassismus“ gegen Diskriminierung engagieren wollen. Die Ravens wollen.

„Es erfüllt uns mit großer Freude, einen kleinen Teil zu diesem großartigen Projekt beitragen zu dürfen“, sagt Wittfeld. Vor den Kameras der Film-und Streamingprofis der Krefelder Firma TakeTV entstanden Videos mit den Ravens, die die Stadt auf ihren Social-Media-Kanälen in den kommenden Tagen posten wird. Zu sehen sind in den Videos Trainer und Sportler, die den Zuschauern Fitnessübungen mit an die Hand geben. Die Infos zu den Übungen werden per Einblendung in unterschiedlichen Sprachen dargestellt. „Und weil die Menschen nach dem Sport wissenschaftlich erwiesen besonders aufnahmefähig sind, schließen an die Übungen Informationsgespräche im Zusammenhang mit den Aktionswochen an“, sagt Andreas Pamp, Leiter des Fachbereichs Migration und Integration bei der Stadt Krefeld.

Im ersten bereits erschienenen Video spricht Paul-Marius Brand, stellvertretender Leiter des KI, mit KI-Mitarbeiterin Miroslava Flohr über den Ursprung des Begriffs Rassismus. „Der Input am Ende der Videos soll das Wissen der Zuschauer zu den Themen Rassismus und Diskriminierung auffrischen“, sagt Dr. Tagrid Yousef. Insgesamt sechs Videos sind durch die Kooperation der Sportler und der Stadt entstanden, jeweils zu Wochenbeginn gehen sie online. Die Videobotschaften sind jedoch nur ein Teil der Projekte, die im Zuge der „Internationalen Wochen gegen Rassismus“ (15. bis 28. März) in den vergangenen Monaten entstanden sind (siehe Kasten).

So soll es beispielsweise am kommenden Sonntag, 21. März, eine Menschenkette mit Sicherheitsabstand am Hauptbahnhof geben. „Dabei soll die Menschenkette aus verschiedenen Migrantenselbstorganisationen und weiteren Engagierten gegen Rassismus bestehen, so wie allen interessierten Bürgerinnen und Bürgern der Stadt, um die Krefelder Vielfalt sichtbar zu machen“, sagt Krefelds Stadtdirektor Markus Schön.

An den Aktionswochen nimmt auch der Stadtsportbund Krefeld teil. „Wir stehen für grenzenlose Solidarität“, heißt es auf den Kanälen des Dachverbandes der Krefelder Sportvereine.