WZ-Serie "Neu am Start": Start-up "Brauner Krake" - Darf’s denn etwas Süßes sein?

Start-up: Start-up "Brauner Krake" - Darf’s denn etwas Süßes sein?

Diesmal stellt die WZ in ihrer Serie „Neu am Start“ das Unternehmen „Brauner Krake“ von Mortimer von Maltzahn vor.

Sie heißen „Doctor No“, „The Fudge“ oder „Chill Bill“. Hinter diesen wilden Namen verstecken sich Kakao-Kreationen. Mortimer von Maltzahn – von allen Fritz genannt – bietet in seinem Laden „Brauner Krake“ am Westwall 19 74 Kakao-, Schokoladen- oder Kaffeevariationen und 90 Sorten Pralinen an. Wer die Wahl hat . . ..

Die Schokolade oder den Kaffee bezieht er aus Ländern wie Ecuador, Venezuela oder Nicaragua. Während Fritz hinter der Theke einen Kaffee brüht, winken Passanten ihm von Außen zu. Als eine Mutter mit Kinderwagen in seinen Laden kommt, hilft er ihr rein und fragt zur Bestellung: „Groß oder klein?“ Dass seine Kreationen bei den Kunden ankommen, weiß er aus erster Hand. So schwärmt Besucherin Martina Porten-Kiener: „Der Kaffee schmeckt hervorragend. Aber auch die heiße Schokolade ist super lecker. Im ,Braunen Kraken` fühle ich mich immer willkommen.“ Das freut den Jungunternehmer natürlich sehr zu hören.

Ein Nordlicht, das Fisch und Kaffee mag

„Der ,Braune Krake` ist ein Opportunist, ein Feinschmecker, der alles aufnimmt, was lecker ist“, erklärt von Maltzahn. Außerdem spielt da die Liebe des Ex-Hamburgers und bekennenden „Nordlichts“ zu Küste und Meer mit. „Ich kenne mich mit Fisch aus und liebe es, Kaffee zu trinken.“ Deshalb heißt es auch voller Seemannsgarn auf seiner Homepage: „Gestrandete Piraten machen das, was gestrandete Piraten an Land halt so machen - bieten miesen Service, aber beste Waren all ihrer Kaperfahrten an, solange die Gesetzeshüter oder die Götter uns halt lassen. Luxusschokoladen zu erschwinglichem Kurse ermöglichen es einem jeden landgängigen Wesen einmal, in den Genuss einer heißen Verführung, beispielsweise: nach Zimt schmeckender Schokolade aus Vietnam, zu kommen, ganz ohne lästige Diskussion in welchem Mangrovendickicht wohl mehr Schlangen lungern. Träume von smaragdgrünen Dschungeln werden in feinstes Porzellan gefüllt.“

Damit will der 38-Jährige sagen: „Wir bieten das Beste, was der Kakaobaum zu bieten hat“, und rührt kräftig die Werbetrommel. „Die seltensten Sorten, die wildesten Schokis, die ursprünglichsten Macharten. Vielfalt statt Einerlei, Qualität und direkt gehandelt. Da wir der Meinung sind, einfach gut ist nicht ausreichend, haben wir der Vielfalt kleiner und kleinster Chocolatiers aus Deutschland und der ganzen Welt einen Tempel der braunen Masse errichtet“, sagt der frühere Informatikstudent.

Mit „Omas bester“, einem dunklen Kakao mit einem Hauch Meersalz und Vanille fing der neue Beruf als Schokolatier an. Dabei legt er Wert auf die deutsche Schreibweise, denn das sei das, was er betreibe. Und dann lässt er die Gäste an verschiedenen Gläsern schnuppern, mit bolivianischem Wildkakao oder geschreddertem Kakaobaum. „Es steht ja längst nicht alles auf der Karte“, sagt Fritz.

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