Umweltfreundlich nach Krefeld

Umweltfreundlich nach Krefeld

Cargill baut bei Maisanlieferung auf ein Schiff, das die Belastung der Luft erheblich mindert.

Rund 50 Köpfe zählt das Empfangskomitee am Hafenkopf für das Motorschiff Goblin. Dessen Eigner Willy Vranken grüßt mit der Schiffssirene fröhlich das Empfangskomitee aus Wirtschaft und Politik von Cargill in Linn.

Über 4000 Tonnen Mais hat der Schüttgutfrachter in den Ladekammern. Rohmaterial, das von den 600 Mitarbeitern von Cargill an der Düsseldorfer Straße zu den verschiedensten Nahrungsmittelprodukten verarbeitet wird.

Der weltweit agierende US-Konzern setzt verstärkt auf den umweltfreundlichen Transport seiner Zulieferer über das Wasser. „Für Cargill in Krefeld ist dies ein zusätzlicher wichtiger Schritt, um unsere gesamte Wertschöpfungskette, und dies schließt insbesondere den Rohstofftransport nach Krefeld ein, nachhaltiger und umweltfreundlicher zu gestalten“, sagt Christoph von Reden, Geschäftsführer von Cargill Deutschland.

Von Reden kündigt an: „Wir werden weiterhin konsequent daran arbeiten, unseren ökologischen Fußabdruck in unseren eigenen Produktionsprozessen wie auch bei unseren Zulieferern zu verringern.“ Künftig kommen rund 15 Prozent des für die Produktion in Krefeld benötigten Rohstoffs Mais aus dem Elsass per Schiff über den Rhein mit dem MS Goblin.

Der Schüttgutfrachter ist europaweit eines der ersten Binnenschiffe, das die strenge Umweltauflage Euro IV erfüllt. Mit neuer Hybridtechnik reduzieren sich gegenüber herkömmlichen Binnenschiffen Stickoxidemissionen um 70 Prozent und Rußemissionen um rund 94 Prozent. Mit einer Länge von 135 Metern und einer Breite von elf Metern fasst das Schiff 4327 Tonnen.

Binnenschiffer Vranken verweist stolz darauf, dass etwa die Restwärme der Hauptmotoren noch für Heizung und Warmwasseraufbereitung verwendet wird. Der Schiffsdiesel leistet stolze 1838 Kilowatt (rund 2500 PS). Die Beleuchtungsanlage des Schiffs setzt außerdem auf moderne, stromsparende LED-Technologie. Der gesamte während der Fahrt benötigte Strom an Bord wird durch einen Generator erzeugt.

Der Eigner nennt bei der Willkommensfeier in Krefeld weitere Pluspunkte des Schiffs: „Wir sind durch einen deutlich kleineren Schiffspropeller außerdem in der Lage, auch bei extrem niedrigen Wasserständen im Rhein noch nach Krefeld liefern zu können.“

Die Familie Vranken beliefert bereits in der dritten Generation den Standort Krefeld mit Mais und hat sich bewusst für die konsequent umweltfreundlichen Technologien entschieden. Gebaut wurde das MS Goblin von der Schiffswerft Boost in Trier. Das Schiff wurde im Jahr 2005 in Dienst gestellt.