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Umsatzrekord im Krisenjahr bei Derda

Umsatzrekord im Krisenjahr bei Derda

Die Firma Derda Verpackung und Logistik expandiert am Standort in Gellep-Stratum.

Krefeld. Es gibt sie noch - engagierte Jungunternehmer ohne Krisenangst mit Mut zum Risiko. Frank Derda ist ein solcher. Zum dritten Mal in drei Jahren hat er aus dem Bestand der Wirtschaftsförderungsgesellschaft WFG Grundstücke von zusammen 22.000 Quadratmetern im Gewerbegebiet Gellep-Stratum erworben und Produktions- und Lagerflächen darauf errichtet.

Zurzeit wird kräftig ausgebaut. Insgesamt 2,4 Millionen Euro investiert der geschäftsführende Gesellschafter, weil er weitere Kunden und darunter einen Großabnehmer für seine Paletten und Verpackungen aus Holz gewonnen hat. "Geht nicht, gibt’s nicht", sagt er und bietet einen Kundendienst rund um die Uhr. Risiko und Kundenabhängigkeit gebe es immer.

"Das Krisenjahr 2009 war sogar unser Umsatzrekordjahr", berichtet er. Rund 60 Prozent des Umsatzes erwirtschafte der Betrieb mit sechs Großkunden von insgesamt etwa 70 Abnehmern. Oberbürgermeister Gregor Kathstede findet die Investition "ganz schön mutig" und freut sich vor allem über die neuen Arbeitsplätze, die innerhalb dieses Jahres auf 100 verdoppelt werden sollen.

Als Derda den 1984 vom Vater gegründeten und nach dessen Tod von der Mutter weitergeführten Familienbetrieb vor zehn Jahren übernahm, hatte er fünf Mitarbeiter. Mit Beginn der Expansion in Gellep-Stratum 2008 waren es bereits 30 Mitarbeiter. Frank Derdas Bruder ist als Handwerker für den technischen Bereich verantwortlich. Dort werden auch gewerbliche Lehrlinge ausgebildet.

Ab dem nächsten Jahr kommen kaufmännische Auszubildende hinzu. "Es ist gar nicht so leicht, geeignete Mitarbeiter für Produktion und Lager zu finden", sagt der Firmenchef. "Die Geschichtsnote ist mir egal, handwerkliche Fähigkeiten und Zuverlässigkeit sind wichtig. Und ein gutes Betriebsklima gibt es dazu."

Die fast ausschließlich aus deutschem Nadelholz gefertigten Paletten und Verpackungen für Maschinen und sonstige sperrige Teile aus Industrie und Maschinenbau werden zumeist als Einwegverpackung gefertigt und mit Hilfe des eigenen Fuhrparks von inzwischen über 20 Fahrzeugen geliefert. Fahrzeuge und festangestellte Fahrer leiste man sich, damit man flexibel liefern könne und mit den Fahrern "immer ein Ohr am Kunden" habe.

Beeindruckt von der Zielstrebigkeit des Jungunternehmers und zufrieden mit dem Grundstücksgeschäft zeigt sich Wirtschaftsförderer Eckart Preen: "Das war die letzte Freifläche im Gewerbegebiet Gellep-Stratum auf Krefelder Seite. Aber im Hafen gibt es noch genug."