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Preisvergleich: Der Strom ist in Krefeld rot

Preisvergleich: Der Strom ist in Krefeld rot

Es gibt zwar bessere Angebote – wer aber weniger für seinen Strom bezahlen möchte, der findet möglicherweise bei den SWK schon einen günstigeren Tarif.

Krefeld. Mehr Wettbewerb auf dem Energiemarkt, das heißt vor allem: günstigere Preise. Wer seinem Stromanbieter den Rücken kehrt und den wirklich sehr einfachen Wechsel zu einem günstigeren Unternehmen vollzieht, kann schon mal eine dreistellige Summe im Jahr sparen. Der Vergleich, der bundesweit absolut zutreffend ist, hinkt in Krefeld allerdings - und zwar in positivem Sinne: Denn die Stadtwerke bieten hier einen günstigen Regional-Tarif an, der freilich auch von Krefeldern gebucht werden kann. Strom muss - um das Bild aus der Werbung zu wählen - also nicht unbedingt gelb, sondern kann durchaus SWK-rot sein.

Wer beispielsweise den nur in Krefeld angebotenen Tarif SWK Klassik hat und in SWK Direkt wechselt, kann bei einem beispielhaften Verbrauch von 4000 Kilowattstunden bereits mehr als 40Euro im Jahr sparen. Wer es ganz einfach haben und nicht unbedingt das beste Angebot bis auf den letzten Euro ausreizen möchte, schont so bereits durch einen Anruf bei den Stadtwerken sein Portmonee. Allerdings entfallen auch spezielle Service-Leistungen, wie die SWK-Karte oder das kostenlose Leihen von Strommessgeräten.

Bernhard Pilch ist ein Freund des Stromanbieter-Wechsels. Sein Arbeitgeber, die Krefelder Verbraucherzentrale, propagiert das auch, erhofft man sich doch eine Stärkung des Wettbewerbs weg von den Großkonzernen. Eine spezielle Tarifempfehlung will und darf die Verbraucherzentrale dabei nicht geben. Aber zahlreiche Tipps, worauf der wechselwillige Stromkunde achten sollte.

Der könne angesichts der Angebotsfülle schnell mal den Überblick verlieren, stellt Umwelt- und Energieberater Pilch immer wieder in Beratungsgesprächen fest. In der Tat muss einem klar sein, wozu man bereit ist: Etwa Vorauskasse, mit dem Risiko, dass bei der Insolvenz eines Unternehmens das Geld weg ist. "Es ist auch nicht jedermanns Sache, am Anfang des Jahres mal eben 800Euro zu zahlen", nennt Pilch ein Beispiel. Mancher lockt mit einem Bonus - aber nur fürs erste Jahr. Beachtet werden sollte auch die Vertragslaufzeit. Zwei Jahre sind durchaus üblich, die anschließenden Vertragsverlängerungen wiederum unterschiedlich. Wie Preisänderungsklauseln oder Preisgarantien aussehen, kann auch entscheidend sein. Solche Themen stehen oft in Pilchs Beratungsgesprächen im Vordergrund, die etwa eine halbe Stunde dauern und für die sieben Euro zu entrichten sind.

Bernhard Pilch rät aber dazu, sich davon nicht abschrecken zu lassen: "Der Wechsel selbst ist völlig unkompliziert." Und meist auch schnell erledigt. Einen guten Überblick bieten verschiedene Internetseiten, etwa www.verivox.de, wo man Risiken wie die Vorausbezahlung bei der Berechnung des günstigen Tarifs von vorneherein ausschließen kann. Wichtig ist, die richtige Postleitzahl einzugeben, da die Preise nach Orten variieren können. Krefeld gilt als recht teure Region.

Wer sich für einen neuen Anbieter oder Tarif entschieden hat, dem rät Pilch, in Ruhe die Allgemeinen Geschäftsbedingungen abzuklopfen. Die sind in der Regel auf deren Internetseiten zu finden. Verträge zum Herunterladen gibt es meist auf den Tarifvergleichsseiten im Internet. Der Rat des Fachmanns: Nach einem Wechsel jährlich neu vergleichen, da viel Bewegung im Markt ist. "Die Stadtwerke Krefeld und Düsseldorf wechseln sich beispielsweise alle paar Monate als günstigster Anbieter ab." Zurzeit sollte man noch bis März/April warten, da dann nahezu alle Versorger ihre neuen Preise umgesetzt hätten.

Auf das Datennetz ist man beim Vertragsabschluss laut Pilch übrigens nicht unbedingt angewiesen - auch wenn mancher Anbieter den Eindruck erwecke, man könne auf keinem anderen Weg zu ihm gelangen. Oft hat das damit zu tun, dass wenig Personal vorgehalten wird. "Das führt auch dazu, dass mancher Wechsel sehr lange dauert. Deshalb sollte man in den Anträgen durchaus darauf hinweisen, dass man sich nach 14 Tagen nicht mehr daran gebunden fühlt", rät Pilch. Das könne das Verfahren durchaus beschleunigen.