Panikschalter für Senioren

Der Krefelder Elektromeister Peter Rath richtet die Technik im Haushalt für Ältere aus . Dazu ließ er sich eigens qualifizieren.

Krefeld. Katrin Schröder drückt auf einen Knopf an der Wand ihres Wohnzimmers. Mit einem leisen Summen wird die große Schiebetür zur Terrasse entriegelt und fährt wenige Sekunden später wie von selbst zurück. Die 77-Jährige sagt: "Es wäre mir auf Dauer zu beschwerlich, die Türe von Hand zu öffnen und zu schließen. So ist es viel bequemer."

Die automatische Terrassentür ist nur ein Beispiel dafür, wie die Elektrotechnik im Haushalt seniorengerecht ausgerichtet werden kann. In den letzten Monaten haben Katrin und Hans-Joachim Schröder (88) ihr Haus an ihre Komfort- und Sicherheitsbedürfnisse anpassen lassen. Über einen auf Berührung reagierenden Bildschirm (Touchscreen) im Erdgeschoss können sie die komplette Beleuchtung, die Heizung und die Alarmanlage steuern. Die Fensterläden lassen sich ebenso elektrisch bedienen wie die Gartenbewässerung.

Neben ihren Betten haben die Eheleute einen Panikschalter. Wenn sie nachts ein Geräusch hören, können sie mit einem Knopfdruck die Beleuchtung im gesamten Haus und im Garten einschalten. "Ebenso lassen sich mit nur einem Tastendruck sämtliche Fenster und Türen verriegeln", erläutert Elektromeister Peter Rath, der die Anlage installiert und programmiert hat.

Rath kennt viele Ideen und Hilfen für ältere Menschen. Seit einiger Zeit darf sich das Unternehmen des 48-Jährigen "Fachbetrieb für senioren- und behindertengerechte Elektrotechnik" nennen - als einzige Firma im Raum Krefeld. Dazu ließ sich Rath von der Deutsche Gesellschaft für Gerontotechnik in Iserlohn qualifizieren. "Gerade ältere oder behinderte Menschen können mit vergleichsweise einfachen technischen Hilfsmitteln ihre Lebensqualität spürbar steigern", sagt er.

Eine weitere Möglichkeit: Umfelddetektoren können die Küche überwachen und alles Elektrische abschalten, wenn sie eine gewisse Zeit lang keine Bewegung feststellen. "So verhindern wir, dass der vergessene Kochtopf auf dem Herd einen gefährlichen Schwelbrand auslöst", erklärt Rath.

Im Jahr 2035 wird bereits die Hälfte der Bevölkerung zur Generation 50plus gehören. Die eigene Wohnung und das Wohnumfeld werden mit zunehmendem Alter immer mehr zum Lebensmittelpunkt, da die eigenen Kräfte nachlassen und die Mobilität oft eingeschränkt ist. Immerhin benötigt jeder zweite über 85-Jährige Unterstützung im täglichen Leben.

Da arbeitet der Handwerker inzwischen sogar manchmal auf Rezept: Ein Kunde von Peter Rath konnte wegen einer schmerzhaften Arthrose den Jalousien-Gurt nicht mehr bedienen. Der Arzt verschrieb dem Mann eine elektrische Rolladensteuerung.

Mehr von Westdeutsche Zeitung