Neu am Start: Von der Theaterbühne zur eigenen Tanzschule

Wirtschaft : Von der Theaterbühne zur eigenen Tanzschule

Anja Santoriello und Razvan Craciunescu betreiben seit dem vergangenen Jahr das Studio 232 und haben damit schon einige Pokale geholt.

Wenn jemand mit seinem Unternehmen von Null auf Hundert durchgestartet ist, dann ist das Anja Santoriello. Gemeinsam mit Razvan Craciunescu betreibt die 48-Jährige das Studio 232, das Tanz und Fitness für Kinder, Jugendliche und Erwachsene anbietet. Bereits im ersten Jahr des Bestehens räumten sie bei den Duisburger Tanztagen so richtig ab; eine ganze Reihe von Pokalen und Urkunden zeugt von weiteren Top-Platzierungen. Jetzt, im zweiten Jahr, möchten sie die Erfolge wiederholen. Erster Eindruck der laufenden Veranstaltung in der Nachbarstadt: Es sieht gut aus.

„Ich betreibe Jazz- und Modern Dance, seitdem ich 16 Jahre alt bin“, erzählt Santoriella. Zwar hat sie zuerst eine Ausbildung als Zahntechnikerin absolviert und sich dem Grafikdesign gewidmet. Doch die Liebe zum Tanz hat sich durchgesetzt, sie machte ihr Hobby zum Beruf. „Ich ließ mich zur Fitnesstrainerin und Tanzpädagogin ausbilden.“

Im vergangenen Jahr eröffnete sie mit ihrem Partner Craciunescu das Studio im Gewerbepark Hülser Straße 232. „Ich habe lange über einen Namen für das Studio nachgedacht“, berichtet sie. „Die Hausnummer bedeutet gleichzeitig eine geordnete Aufstellung bei einer Choreografie. Sieben Leute stellt man so auf: Zwei vorne, drei in der Mitte, zwei hinten.“ Der Name ist somit Programm geworden.

Garant für den Erfolg sei der ausgesucht gute Mitarbeiterstab. So ist der Mitinhaber Diplom-Bühnenballetttänzer und Ballettpädagoge. Er hat zuletzt viele Jahre als Solist am Theater Krefeld/Mönchengladbach getanzt. „Es macht mir große Freude, Menschen aller Alters- und Leistungsstufen zu unterrichten. Egal ob jemand sich als Erwachsener mit Ballett-Stunden seinen Jugendtraum erfüllt, oder sich als junger Mensch auf eine Tänzer-Laufbahn vorbereiten will — ich möchte in meinem Unterricht jeden Teilnehmer die Freude und Begeisterung fürs Ballett erleben lassen, die ich selbst empfinde“, sagt er. „Spitzentanz inbegriffen.“

Kampfsport- und Fitnesstrainer, Tanz- und Gymnastik-Dozentin, HipHop-Tanz-Dozent oder Dozentin für kreativen Kindertanz gehören unter anderen zum Team, das 16 Leute zählt. Und da ist noch Tomekk Jaschinski, der mit 18 Jahren sein Tanz-Studium an der Folkwang Universität in Essen begann. Nach seinem Bachelor-Abschluss im Fach Tanz und studierte er Choreografie am Marrymount Manhattan College in New York. Schon während dieses Studiums arbeitete er dort erfolgreich als Tänzer und Choreograf.

Santoriello: „Er hat uns bei den Tanztagen zum Erfolg geführt. So erzählte die aus Kindern bestehende Showgruppe ,Start-up` auf der Bühne die Geschichte von Umweltverschmutzung und Vermüllung. ,Kids for Earth` war sie überschrieben, die auf dem ersten Platz landete. Sie wurden bei den German open dann Deutscher Meister.“ Die Größeren schafften in ihrer ,Rise-up`-Gruppe bei den Europameisterschaften in Österreich den zweiten Platz.

„Mit diesem Preisregen hatten wir im ersten Jahr nicht gerechnet.“ Jetzt zeigen die Start-up-Kids in Duisburg eine Interpretation des Themas „Nutzung der elektronischen Medien“. Titel: „Love in the dark“. Es handele sich hierbei um einen Contemporary, einen Tanz in Anlehnung an das Ballett, sagt die Inhaberin weiter und freut sich: „Sie sind bereits im Finale, das am 7. April stattfindet.“

Noch einen Vorzeige-Schüler hat das Studio hervorgebracht: „Devim Dreweck besitzt jetzt ein Stipendium an der Stage Schule in Hamburg“, berichtet Anja Santoriello nicht ohne Stolz. „Er will Musical Darsteller werden. Wir sind eine Tanzschule mit Vorbereitung für die tänzerische Hochschul-Ausbildung.“

Das Studio ist jedoch nicht nur Anlaufpunkt für angehende Preisträger oder Berufstänzer. „Bei uns werden alle Menschen fachgerecht trainiert, bis ins Seniorenalter“, sagt Anja Santoriello und betont: „Unse­re Kur­se sind geeig­net für Anfän­ger von jung bis alt, aber auch Fort­ge­schrit­te­ne kön­nen sich hier voll ent­fal­ten.“

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