Mit dem Projekt „50 plus aktiv“ gegen den Fachkräftemangel

Mit dem Projekt „50 plus aktiv“ gegen den Fachkräftemangel

Die Krefelder Arge verhilft älteren Arbeitslosen zu Jobs und sucht dafür weitere Firmen.

Krefeld. Vier neue Mitarbeiter hat Firmenchef Rainer Heckhoff in der Zeit von Dezember 2009 bis März 2010 eingestellt - mit unbefristeten Verträgen. Diese vier von insgesamt 14Beschäftigten der Firma "La-Vita Wohnideen" am Nauenweg haben eines gemeinsam: Sie sind alle über 50 Jahre alt - und über das Projekt "50 plus aktiv" der Krefelder Arge zu ihrem Arbeitsplatz gekommen. Und sie sind damit nicht alleine: Von Mitte 2009 bis zum Stichtag 31. März hat die Arge auf diesem Weg bereits 279 ältere Langzeitarbeitslose in den ersten Arbeitsmarkt vermitteln können.

Dafür benötigen die Vermittler der Arge die Mitarbeit von Firmen, zumeist kleinen und mittleren. "Wir wollen Arbeitgeber ansprechen, die in ihrer Personalpolitik auf altersgemischte Belegschaften setzen und damit das Spektrum der breitgefächerten Qualifikationen älterer Langzeitarbeitsloser nutzen", sagt Michael Kneißl.

Der Geschäftsführer der Krefelder Arge (Arbeitsgemeinschaft für die Belange der Arbeitslosengeld-II-Bezieher) hat für das Projekt "50plus aktiv" neue Vermittlungsfachkräfte eingestellt - 14 im zweiten Halbjahr 2009 und in 2010 drei weitere. Fünf der Vermittler sind im direkten Kontakt mit den Firmen vor Ort eingesetzt. Sie sollen bei Firmen für offene Stellen werden.

Mit der Initiative "50 plus aktiv" nimmt die Arge Krefeld seit Mitte 2009 an einem Förderprogramm des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) teil, das 2005 ins Leben gerufen wurde. In diese Beschäftigungsperspektive wurden bislang 1800 ältere Langzeitarbeitslose aufgenommen und die erwähnten 279 Personen in Arbeit vermittelt.

Ältere Arbeitslose haben es bei der Suche nach einem neuen Job trotz ihrer Berufserfahrung schwerer als jüngere. Franz-Josef Schmitz, Arge-Bereichsleiter: "Arbeitslose in NRW unter 50 Jahre sind im Durchschnitt 186 Tage ohne Job, bevor sie eine neue Stelle finden. Bei den 55-Jährigen und Älteren sind 279 Tage vor erneuter Arbeitsaufnahme."

Firmenchef Rainer Heckhoff ist über die Arge-Informationen auf das Projekt aufmerksam geworden. Diese Informationen beinhalten auch die flankierenden Förderinstrumente. Michael Kneißl: "Wir bieten beispielsweise Eingliederungszuschüsse. Arbeitgeber, die einen über 50-Jährigen neu einstellen, bekommen einen Teil des Arbeitsentgelts von uns ersetzt. Kostenbeteiligungen bei individuellen, notwendigen Qualifizierungsmaßnahmen, Trainings oder Kompetenzanalysen runden das passgenaue Angebot ab. Die Arge trifft eine Vorauswahl, nach verschiedenen Schritten folgt dann der Kontakt zum Arbeitgeber."

Heckhoff schätzt an seinen neuen Mitarbeitern insbesondere den großen Erfahrungsschatz, die Teamfähigkeit sowie die "klassischen" Arbeitstugenden wie Zuverlässigkeit, Pünktlichkeit und Seriosität. Das gibt er auch gerne an die Arge weiter. "Dieses Feedback der Arbeitgeber ist für uns wichtig", sagt Angela Elsenbruch. Sie ist eine derjenigen, die den Kontakt zu den Firmen sucht und hält.

Arbeitgeber, die sich für das Projekt "50 plus" interessieren, können Ruf 7048115 wählen. Oder sich im Internet informieren:

www.argekrefeld.de

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