Made in KR: Krefelder informieren weltweit

Made in KR: Krefelder informieren weltweit

Nicht nur Fahrgäste in Bus und Bahn kennen die Lumino-Tafeln – auch die Fußball-Fans in der Grotenburg.

Krefeld. Ob an der österreichischen Zillertalbahn, am Moskauer Flughafen oder an den Haltestellen der kolumbischen Stadt Cali - Reisende aus aller Welt orientieren sich an Fahrgast-Informationssystemen des mittelständischen Krefelder Unternehmens Lumino.

"Als technische Voraussetzung ist ein rechnergestütztes Betriebsleitsystem erforderlich und für die Erfassung des Fahrzeugstandortes das globale Navigationssatellitensystem GPS oder ein Schienenkontaktsystem", erläutert Mario Fullert. "Das System meldet den Aufenthaltsort an den zentralen Rechner, wo die Soll-/Ist-Abweichungen vom Fahrplan überprüft und an der Haltestelle angezeigt werden", so der geschäftsführende Gesellschafter.

Vor mehr als 30Jahren gab es noch einfache Lichtsysteme, sogenannte Laufschriften oder auch "Rotlicht-Balken". Mit einer einfarbigen Anzeigentafel errichtete Lumino vor 20 Jahren einen ersten Meilenstein im Münchener Hauptbahnhof.

Ebenso lang ist die erste Stadionanzeige in Krefeld in Betrieb - in der Grotenburg, 50 Quadratmeter groß und mit über einer Million Leuchtdioden bestückt. "Sie musste noch nie gewartet werden", sagt Fullert im Hinblick auf nachhaltige Qualität. "Wenn wir Systeme wie derzeit in Essen austauschen, dann, weil sie nicht mehr modern sind, aber nicht, weil sie den Dienst verweigern."

Der Spezialbetrieb für Lichttechnik hat sich mit vier Einsatzbereichen einen Namen gemacht: mit Anzeigesystemen für Werbung, für Sport, für die Industrie und für den Verkehr. "Inzwischen konzentrieren wir uns auf die Fahrgastinformation", so Fullert.

Die Video-Systeme wurden in die Tochtergesellschaft Nedit in Heinsberg ausgelagert. Der Grund: Die Informationssysteme boomen. Nach Essen, Duisburg, Berlin und anderen Städten - Krefeld kam erst vor drei Jahren hinzu - sind heute 70 Prozent der 50 größten Städte Deutschlands mit der prämierten Technik ausgerüstet.

Schon bald wurde auch das Ausland auf die Krefelder Ideenschmiede aufmerksam. Seit 2003, mit der Installation im niederländischen Rotterdam, wächst die Referenzliste ständig. Es folgten Städte in Russland - von Moskau bis nach Sibirien und zur Schwarzmeerküste -, in Österreich, der Schweiz und zuletzt in Kolumbien.

"Unser Exportanteil wird in diesem Jahr erstmals die 20-Prozent-Marke überschreiten bei einem aktuellen Auftragsvolumen von mehr als 10 Millionen Euro", sagt Fullert stolz. "Dass uns der Wettbewerb kopiert, zeichnet uns besonders aus."

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