Krefeld: Wumag-Mitarbeiter hoffen auf Investoren

Insolvenz : Wumag: Belegschaft will kämpfen

Rund 70 Mitarbeiter sind von der Zahlungsunfähigkeit der Firma betroffen. Mai-Löhne wurden nachgezahlt.

Die rund 70 Mitarbeiter der Krefelder Traditionsfirma Wumag Texroll GmbH & Co. KG durchleben schwierige Zeiten. Vor zwei Wochen hatte die Geschäftsleitung die Zahlungsunfähgkeit erklärt, zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestimmte das Gericht den Düsseldorfer Rechtsanwalt Peter Minuth. Seitdem schwankt die Belegschaft zwischen Hoffen und Bangen.

„Im Unternehmen ist viel Potenzial“, betont der Betriebsratsvorsitzende Tobias Franke. Gemeinsam mit seiner Stellvertreterin Birgitt Schenzer und den Betriebsratsmitgliedern Gunnar Schmitz, Thomas Olschewski, Erdogan Cinar und Udo Hilgers setzt er sich für die Rechte der Kollegen ein. Etwa 20 davon arbeiten im kaufmännischen Bereich, der Rest in der Produktion.

Vor allem in Asien ist die
Firma Wumag ein Begriff

1849 gegründet, hat sich die Firma mit Sitz an der Düsseldorfer Straße unweit des Linner Rheinhafens im Maschinen- und Anlagenbau zum weltweiten Marktführer für dünnwandige Zylinder entwickelt. Auch mit dampfbeheizten Trockenzylindern verzeichnete sie große Erfolge. „Vor allem in Asien ist Wumag ein Begriff“, betonen Franke und Schenzer.

Dies war sicher ein wichtiger Grund dafür, warum das Unternehmen im April 2012 von dem chinesischen Investor Siyou Yan übernommen wurde. In den Jahren danach kam es allerdings immer wieder zum Austausch der Geschäftsführer. Insgesamt 14 wurden in nur sieben Jahren „verschlissen“. Branchenkenner sprechen von mangelnder Kontinuität und einer Abnahme der textilen Kompetenz im Unternehmen.

Dass die Lage immer schwieriger wurde, blieb den Beschäftigten nicht verborgen. 2018 sei es zudem zu einem Abwerbeversuch von Personal durch einen neu gegründeten Konkurrenten gekommen. Tatsächlich seien damals 25 Mann gegangen.

Vor wenigen Wochen war es schließlich soweit: Bei Wumag konnten die Mai-Löhne nicht mehr gezahlt werden. Dank des Insolvenzverwalters wurde das Insolvenzgeld mittlerweile vorfinanziert und die Existenz vieler Betroffenen so gesichert. Maximal drei Monate kann Ausfallgeld gewährt werden. Derzeit ist das Insolvenzverfahren aber noch gar nicht eröffnet, so dass die Vorfinanzierung notwendig wurde.

Insolvenzverwalter Peter Minuth hat außerdem dafür gesorgt, dass vorhandene Aufträge abgearbeitet werden und ein Sanierungsplan vorbereitet wird. Gleichzeitig wird nach Investoren gesucht.

Dass diese Suche erfolgreich verläuft, darauf setzt die Belegschaft jetzt ihre ganze Hoffnung. „Unsere Mannschaft kämpft“, betont Tobias Franke. Sie habe dem Unternehmen trotz aller Widrigkeiten die Treue gehalten – teilweise fast 40 Jahre lang. Er selbst und seine Kollegin Schenzer sind seit 16 Jahren bei Wumag beschäftigt.

„Wir möchten mit dem Insolvenzverwalter zusammenarbeiten“, betont der Betriebsrat. Erste Gespräche seien sehr positiv verlaufen, berichtet er. Auch einen Rechtsbeistand werde man sich besorgen.

Parallel dazu wurde Kontakt zur IG Metall in Krefeld aufgebaut. Geschäftsführer Ralf Claessen habe Hilfe angeboten und sei schon vor Ort gewesen, berichtet Birgitt Schenzer.

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