Heinrich Wilmsen gründet 1919 das Familienunternehmen

Familientradition: Eine Teppichwäscherei mit langer Tradition

Heinrich Wilmsen gründet 1919 ein Familienunternehmen, das danach zweimal an Mitarbeiter weitergegeben wird.

Ein Traditionsunternehmen in Krefeld blickt auf eine hundertjährige Geschichte zurück: die Teppichwäscherei Wilmsen. 1919 gründet Heinrich Wilmsen das Familienunternehmen, seinen Sitz hat die Firma an der Färberstraße. Seitdem hat sich viel verändert, so auch die Anwendungsbereiche.

Angefangen mit Teppichen, kümmert sich Wilmsen seit 1926 auch um Polster und Dekostoffe. Im Zweiten Weltkrieg muss das Unternehmen jedoch erst einmal einen herben Rückschlag verkraften – durch einen Bombeneinschlag wird der Firmensitz vollständig zerstört.

Doch schnell findet sich eine Übergangslösung auf der Ecke Moerser Straße und Blumentalstraße. Somit kann der Betrieb auch während des Krieges seine Dienstleistungen anbieten.

Im Zuge der Aufbaujahre nach dem Krieg kommt es bei der Teppichwäscherei erneut zu einem Standortwechsel. Seit dem Jahre 1958 sitzt das Unternehmen von Heinrich und Johannes Wilmsen auf der Münckerstraße 68. Seit 2015 ist die Teppichwäscherei auf dem Gelände des Mies van der Rohe Business Park zu finden. Der Park feiert dieses Jahr ebenfalls sein hundertjähriges Bestehen.

1986 gibt es
einen Inhaberwechsel

Ein Unternehmen funktioniert selten alleine. 1947 konnte Johannes Wilmsen, Sohn des Unternehmensgründers, den erfolgreichen Abschluss seiner Meisterprüfung feiern. Im gleichen Jahr wurden Vater und Sohn die gemeinsamen Inhaber. Erst viele Jahre später ist die Zeit von Johannes Wilmsen als Geschäftsführer zu Ende. Neuer Besitzer der Teppichreinigung wird 1986 sein Mitarbeiter Alfred Klingenberg, zusammen mit seiner Frau.

Der heutige Besitzer, Andreas Bangel, findet 1997 ebenfalls als Mitarbeiter den Weg in das Unternehmen. 2005 übernimmt er schließlich die Firma Wilmsen. Zum selben Zeitpunkt steigt seine Frau, Gabriele Bangel, mit ein.

Bis zu seinem Tod 2003 wird die Teppichwäscherei von Johannes Wilmsen Junior unterstützt. Schon der Gründer arbeitete mit einem Familienmitglied zusammen – seinem Sohn. Im weiteren Verlauf ging die Teppichwäscherei immer an einen der Mitarbeiter über: von Wilmsen zu Klingenberg und dann zu Bangel. Der gelernte Handformgießer muss sich 1997 umorientieren und kommt durch die Freundschaft zu Klingenberg in die Firma.

Während er Hauptbeschäftigter in der Reinigungsarbeit ist, übernimmt Gabriele Bangel, gelernte Friseurin, vor allem die Büroarbeit und Kundenbetreuung. Auch die Kinder helfen bei Bedarf im Unternehmen mit: Melanie Paulitschek (Dorporate Design und Kundendienst) und Marco Bangel (Webdesign und Außendienst). Die Reinigung von Teppichen und Teppichböden gehört ebenso zu den Dienstleistungen wie Polsterwäsche, Mottenentfernung und die Beseitigung von Wasser- und Brandschäden. Es wird nach Möglichkeit auch repariert. Bei den eingesetzten Pflegemitteln nutze man bewährte Hersteller, heißt es.

Das Ehepaar Bangel hat einen festen Wochenrhythmus: Nach einer Woche sind die meisten Arbeiten bereits erledigt. Die Teppichwäscherei bietet zudem einen Hol- und Bringservice an. Und auch für ihren Reinigungs- und Reparaturservice fahren sie raus. Andreas Bangel schätzt „den direkten Kundenkontakt. Wir arbeiten schließlich auf Vertrauensbasis,“ sagt er. Seine Frau ergänzt: „Wir haben eine Liebe zu unserem Beruf entwickelt und wollen diese weitergeben.“

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