Guter Stoff für die Hochschule

Guter Stoff für die Hochschule

Die Studenten profitieren von einer neuen Kooperation mit dem Zentrum für Textilforschung.

Krefeld. Eigentlich hatte Architekt Bernhard Pfau sein Ensemble in den 50er Jahren anders geplant: Das Gebäude für das Deutsche Textilforschungszentrum an der Adlerstraße sollte mit dem benachbarten Haus der Hochschule Niederrhein eine Einheit bilden. Da seine Pläne nicht komplett verwirklicht wurden, bleibt diese Einheit bis heute kaum erkennbar. Jetzt wächst inhaltlich zusammen, was zumindest architektonisch schon immer zusammengehörte.

Gestern wurde der Kooperationsvertrag zwischen der Hochschule Niederrhein und dem Deutschen Textilforschungszentrum Nord-West (DTNW) geschlossen. Dritte im Bunde der neuen Partner ist die Universität Duisburg-Essen.

Zwischen den beiden Hochschulen besteht bereits eine enge Verbindung. So können Studenten des Master-Studiengangs Chemie aus Krefeld in Duisburg ihren Doktor schreiben. Jetzt wird die enge Vernetzung auf den Fachbereich Textil- und Bekleidungsforschung ausgeweitet. Auch hier besteht die Möglichkeit, Abschlussarbeiten in Duisburg zu schreiben.

„Es ist ein für die Region sinnvolles Zweckbündnis“, erklärt Hochschul-Präsident Hans-Hennig von Grünberg und schlägt die Brücke von der rechten auf die linke Rheinseite. „Es ist ein komplementäres Angebot der völlig unterschiedlich aufgestellten Hochschulen.“ Und Universitäts-Rektor Ulrich Radtke erklärt: „Wir haben keine Berührungsängste, um in der Region Potenziale zu erschließen.“

Jochen S. Gutmann, Direktor des Textilforschungszentrums und gleichzeitig Dozent in Duisburg, gibt einen Rückblick auf die Geschichte seines Instituts, das die Studenten in Zukunft bei Praktika ebenso nutzen können wie die Uni. Er gibt zwei Beispiele: „Wir erklären, warum ein Airbag so aussieht, wie er aussieht, und testen seine Reißfestigkeit im 10 000stel-Sekunden-Bereich. Die Prüfstelle untersucht beispielsweise auch Hitze-Flammschutzkleidung — Textilien, die nicht verbrennen, sondern die Haut schützen.“ Gutmann weiter: „Es sind Vorgänge, die den Studierenden zugute kommen, damit sie wissen, was sie tun müssen.“