Ein „Krimi“ über die Firma Messer

Unternehmen : Ein „Krimi“ über die Firma Messer

Buch schildert Rückführung des Industriegasespezialisten in Familienbesitz.

Die Messer-Gruppe hat eine Neuauflage des Wirtschaftkrimis „100 Prozent Messer – Die Rückkehr des Familienunternehmens“ im Piper-Verlag veröffentlicht. In dem Buch schildert Historiker Jörg Lesczenski die Geschichte des Unternehmens, das verloren schien – und doch zurückgewonnen werden konnte. Auf knapp 270 Seiten wird der Werdegang von den Anfängen 1898 bis heute mit zahlreichen Farb- und Schwarzweiß-Fotos erzählt.

Seit 120 Jahren ist der Name Messer für Kompetenz mit dem Thema Industriegase sowie Schweiß- und Schneidtechnik verbunden. Adolf Messer gründete das Familienunternehmen einst, sein Sohn Hans fusionierte die Adolf Messer & Co. GmbH 1965 mit Teilen der Knapsack-Griesheim AG zur Messer Griesheim. Obwohl die Hoechst AG zwei Drittel der Anteile hielt, blieb der Einfluss der Familie auf die Unternehmenspolitik gewahrt.

Der Rückzug Hans Messers aus der Geschäftsleitung, eine veränderte Konzernpolitik und eine gescheiterte Globalisierungsstrategie brachten das Unternehmen in den 90-er Jahren an den Rand des Ruins.

Die Absicht Stefan Messers, auch in dritter Generation die Position der Familie im operativen Bereich zu behaupten, sowie die erfolgreiche Sanierung mit Hilfe von Finanzinvestoren mündeten in der „Renaissance der Familie“. Seit 15 Jahren ist die ehemalige Messer Griesheim GmbH als Messer Group GmbH wieder ein inhabergeführtes Unternehmen.

2004 startete Messer mit 3700 Mitarbeitern und einem Umsatz von 521 Millionen Euro. Heute hat der Firmenverbund nach eigenen Angaben 11 000 Mitarbeiter und ist der weltweit größte familiengeführte Spezialist für Industrie-, Medizin- und Spezialgase. Der Umsatz stieg 2018 um rund zehn Prozent von 1,232 Milliarden auf 1,350 Milliarden Euro. Red

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