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Drüje Patruon in Krefeld wechselt nach 35 Jahren den Betreiber

„Ich hätte doch gerne noch ein bisschen weiter gemacht“ : Drüje Patruon in Krefeld wechselt nach 35 Jahren den Betreiber

Drüje Patruon wechselt nach 35 Jahren den Betreiber. Manfred Weiler freut sich auf Ruhestand, Ehefrau Anne ist eher wehmütig.

Nach 35 Jahren ist für Manfred und Anne Weiler Schluss. Die beiden Betreiber der Gaststätte Drüje Patruon am Westwall verabschieden sich in den wohlverdienten Ruhestand und übergeben die Gastronomie in die erfahrenen Hände von Dimitri und Sophia Teperekidis.

„Wir hatten uns das Ziel gesetzt, nach 35 Jahren aufzuhören“, erzählt Manfred Weiler. „Und die haben wir im September dieses Jahres voll gemacht.“ Der 74-Jährige sieht der bevorstehenden arbeitsfreien Zeit mit viel Freude entgegen: „Ich möchte ja nicht irgendwann tot hinter der Theke liegen“, scherzt er. Nun hat er endlich viel Zeit seinem Hobby Motorradfahren nachgehen zu können und regelmäßig an den Treffen der 17. Schützenkompagnie Fischeln, in der er Mitglied ist, teilnehmen zu können. Bei Ehefrau Anne hingegen liegt viel Wehmut in den Worten, wenn sie an den bevorstehenden Ruhestand denkt. „Ich hätte doch gerne noch ein bisschen weiter gemacht“, sagt die 71-Jährige. „Seit ich 14 Jahre alt bin, arbeite ich mit Menschen zusammen. Das wird mir sehr fehlen.“

„Die Gäste waren für uns wie eine große Familie“

Viel Privatleben hatten die beiden allerdings nicht während der letzten Jahrzehnte. „Wir mussten ja immer arbeiten und haben dadurch auch viele Freunde verloren“, so Manfred Weiler. Aber man habe es so akzeptiert. „Die Gäste waren für uns wie eine große Familie“, ergänzt Anne Weiler. Und mit denen haben sie so einiges erlebt. Besonders in Erinnerung geblieben sind den beiden die vielen Karnevalssessionen, die sie in ihrer Gaststätte gefeiert haben. Viele Vereine, wie beispielsweise die Mösche-Männekes, hatten über die Jahre ihr Lager beim Drüje Patruon bezogen. Die Gaststätte ist an den Karnevalstagen immer eine beliebte Anlaufstelle. „Die Karnevalsgesellschaft Dronger on Drüver hat sich 2016 hier bei uns gegründet“, erzählt Manfred Weiler. „Wir haben hier schöne Nächte verbracht“, erzählt er, erinnert sich an so manchen Herrenabend, wo er zu später Stunde noch mit Mitgliedern der Prinzengarde im eigenen Laden bis in die Morgenstunden weitergefeiert hat. Aber nicht nur Karneval wurde ausgiebig und ausgelassen gefeiert. Auch an Weihnachten und Silvester war die Gastronomie immer gut besucht. „Die Heilig Abende waren genial“, so Anne Weiler und ihre Augen fangen an zu leuchten. „Unsere Frühschoppen fingen morgens an und gingen manchmal bis 23 Uhr abends. Irgendwann wurde der Adventskranz von Kopf zu Kopf gereicht und aufgesetzt.“

Manfred Weiler: „Ich habe immer alleine gekocht“

Und an manchen Silvesterabenden sind die beiden Gastronomen erst gar nicht ins Bett gekommen. Da wurde die Nacht durchgemacht und am Neujahrstag bis abends durchgearbeitet. Anne Weilers Platz war immer hinter der Theke, ihr Mann Manfred kochte. Ein Freund aus dem Elsass hatte ihm damals das Kochen beigebracht. „Ich habe immer alleine gekocht“, so Manfred Weiler. „Das war schon hart. Ich bin froh, dass es nun ein Ende hat.“

Momentan helfen die Weilers den neuen Betreibern bei der Einarbeitung. Im November gibt es noch einmal Manfred Weilers beliebte Martins-Gans, bevor das Ehepaar Teperekidis ganz übernimmt. „Unser Wunsch war immer, eine deutsche Gastronomie zu führen“, sagt Dimitri Teperekidis. „Wir haben uns direkt in diesen Laden verliebt.“ Die beiden wollen die Gaststätte so weiterführen wie es das Ehepaar Weiler bisher getan hat. „Es wird keine griechische Taverne“, so Sophia Teperekidis. Da die Nachfrage der Gäste aber schon da sei, wird die Speisekarte um ein paar griechische Gerichte erweitert. Und um ein bisschen moderner zu werden, soll es in Zukunft ein Angebot zum Fußball schauen geben. Für das Ehepaar Weiler geht es, sobald es die momentane Lage zulässt, für sechs Wochen auf die griechische Insel Kos, wo sie Freunde besuchen. „Die Insel wird unser neues zweites Zuhause“, sagen sie.