Die Fette Beete: Mit Power in eine vegane Zukunft

Startup in Krefeld : Die Fette Beete: Mit Power in eine vegane Zukunft

Die Liebe zu veganer Kost sowie zum Kochen und Backen brachte zwei Frauen zusammen. Mit einem Startup erweitern Kristina Mohr und Jessica Wolf ihr Angebot um Catering, Shop, Kochschule und andere Events.

Etwas versteckt an der Dießemer Straße 166 betreibt die Krefelderin Kristina Mohr (43 Jahre) in einem idyllischen Hinterhof schon seit 2015 das vegane Restaurant Untervegs. Als sie die Wuppertalerin Jessica Wolf (35) kennenlernte, die als PR-Referentin arbeitete und in Düsseldorf gastronomische Erfahrung mit einem veganen Wohnzimmerrestaurant sammelte, fanden die beiden Powerfrauen beruflich schnell zueinander.

Der Grund: die Liebe zu veganer Kost sowie zum Kochen und Backen. „Wir wollen zeigen, wie vielfältig die pflanzliche Küche ist und dass man sich ökologisch ernähren kann, ohne auf tollen Geschmack verzichten zu müssen“, versichern sie. Wolf gab ihren Job im öffentlichen Dienst auf, und seit Anfang 2019 betreiben beide als gleichberechtigte Teilhaberinnen das Restaurant Untervegs. Gleichzeitig erweitern sie unter der Dachmarke „Die fette Beete“ ihr Angebot um Catering, Shop, Kochschule und Events.

Für die Geschäftserweiterung wurden neue Räume angemietet

Die Fette Beete - Mit Power in eine vegane Zukunft

Dazu mieteten sie weitere Räume an der Dießemer Straße an. Dort werden derzeit eine Industrieküche und ein Veranstaltungsraum eingerichtet, um Kochkurse, Unternehemnsevents, private Feiern oder Vereinsstammtische durchzuführen. „Gastgeben ist uns eine Herzensangelegenheit und das spüren unsere Gäste“, erläutern beide Frauen ihr Selbstverständnis.

Dazu gehört auch nachhaltiges Handeln, weshalb sie Kooperationen zur Müllreduktion, mit einem Foodsharing-Netzwerk und mit der Lebenshilfe planen. „Wir schaffen hier weitere Wohlfühlorte. Schon unser Restaurant ist für Atmosphäre und Herzlichkeit bekannt“, betonen sie, wobei die durchweg positiven Restaurantkritiken für sich sprechen.

Ihren ungewöhnlichen neuen Markennamen „Die fette Beete“ erklären sie so: „Die“ steht für weiblich, fett für qualitativ hochwertige pflanzliche Öle und Beete für das rote Lieblingsgemüse beider Frauen. Neu im Segment ist außerdem das Catering-Angebot für bis zu 200 Personen – von der Geschäftsfeier bis zur Hochzeit. Ein Shop ergänzt das Angebot um Mitnahme- und Geschenkartikel wie selbstgemachte Marmeladen oder Chutneys.

Bald sollen neue Arbeitsplätze entstehen

Für die neuen Aktivitäten soll das bisherige Personal aufgestockt werden, das aus zwei Vollzeitköchen, einer Teilzeitkraft und neun Aushilfen besteht. Gesucht werden insgesamt fünf weitere Kräfte. „Wir schaffen nicht nur neue Arbeitsplätze, sondern ein zukunftsweisendes gastronomisches Gesamtkonzept für Krefeld“, sagen die Geschäftsführerinnen.

Die Mehrheit der Gäste lebe nicht vegan, zeige aber Interesse daran, solche Gerichte auszuprobieren. „Wir haben einen hohen Anspruch und eine fleischfreie Zone, damit kein Tier sterben muss. Wer nicht auf Fleischgeschmack verzichten möchte, sollte einmal unser Mett aus Reiswaffeln oder die beliebten Rouladen aus texturiertem Soja probieren“, empfehlen sie. Beide bringen ihre persönlichen Vorlieben mit ein: Mohr ihre Fast Food-Vorliebe mit Burger und Pommes, Wolf ihren Hang zu frischem Gemüse. Eingekauft wird unter anderem auf dem Wochenmarkt.

Weil sie für ihre Vorhaben einen Bankkredit brauchten, haben sie einen tragfähigen Businessplan erstellt. Fündig geworden sind sie bei einer Genossenschafts- und Öko-Bank in Bochum. Gründer-Tipps bekamen sie von befreundeten Unternehmern. „Wir haben sehr flexible Arbeitszeiten und ebenso flexible Lebenspartner“, betonen die engagierten Unternehmerinnen. Und schon ist die nächste Idee im Kopf: ein Tagesbistro in der City nach dem Deli-Konzept (von Delikatessen) aus Feinkostgeschäft mit integriertem Imbiss.

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