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Wirbel um neue Landtagswahlkreise

Wirbel um neue Landtagswahlkreise

Vergrößerung der Bezirke über Krefeld hinaus sorgt für Irritationen im Kreis Viersen. Hahnen: Es gab einen Plan im Innenministerium, Krefeld aufzuteilen.

Krefeld. Bei den Überlegungen zur Neueinteilung der Krefelder Landtagswahlkreise gab es auch ein Szenario, in dem die Stadt zerschlagen und anderen Wahlkreisen zugeschlagen worden wäre. Das erklärte SPD-Landtagsabgeordneter Ulrich Hahnen im WZ-Gespräch. Es habe im vergangenen Jahr viele intensive Gespräche mit dem Innenministerium gegeben, damit dies nicht passiere. „Da gab es zum Beispiel die Idee, Uerdingen einem Duisburger Wahlkreis zuzuschlagen“, sagte der Politiker.

Grund für die Neueinteilung ist, dass die Zahl der Einwohner in den beiden Krefelder Wahlkreisen zu stark unter dem gesetzlich vorgeschriebenen Durchschnittswert liegen. Dem Süd-Wahlkreis soll deshalb Tönisvorst zugeschlagen werden. Im Nord-Wahlkreis soll es aus Kempen neben Tönisberg auch St. Hubert sein, war gestern von Politikern aus dem Kreis Viersen zu erfahren. Dort ist man nicht begeistert von der Neueinteilung. Mit Blick auf den Zuschnitt der Bundestagswahlkreise wird von dort empfohlen, die Krefelder Landtagswahlkreise stattdessen um Moers und Neukirchen-Vluyn im Norden sowie Meerbusch im Süden zu vergrößern.

Der SPD-Landtagsabgeordneten Ina Spanier-Oppermann ist es wichtig, jetzt in den Dialog mit den Bürgern einzutreten. Die hätten sich an Zuschnitte von Wahlkreisen gewöhnt und müssten nun mitgenommen werden. Innerhalb der SPD sollen sich auch die Unterbezirke positionieren können. Sie sieht die Vorlage aus dem Innenministerium als Vorschlag, an dem Änderungen möglich seien. Immerhin müsse der Landtag nun beraten und entscheiden.

Winfried Schittges (CDU) hält ebenfalls noch nicht alles für festgezurrt: „Nichts wird so heiß gegessen, wie es gekocht wird.“ Der langjährige Landtagsabgeordnete geht davon aus, dass Bedenken der Opposition Berücksichtigung finden werden.

Ulrich Hahnen jedenfalls kann sich sehr gut vorstellen, künftig auch die Tönisvorster Bürger zu vertreten. Dazu würde er vielfältige Kontakte in die Stadt aufnehmen. Dass die Einwohnerzahl Krefelds gesunken sei, führt er nicht nur auf die demographische Entwicklung zurück — sie hänge auch mit vielen falschen Entscheidungen in der Vergangenheit zusammen, weshalb etliche Menschen aus Krefeld weggezogen seien.