Schultheater: Wirbel um den imaginären Freund

Schultheater : Wirbel um den imaginären Freund

Schüler des Gymnasiums Horkesgath glänzen mit ihrem Theaterstück „Who the Frack is Kasimir?“. 300 Karten sind verkauft worden.

Benrad-Nord. Szene eins. Auf der Bühne stehen zwei Stühle, ein Tisch, ein Schaukelstuhl und ein altes Telefon. An der Wand hängt ein altes Gemälde. „Madeleine, wenn die Gesellschaft kommt, darf dein Onkel Ferdinand nicht hier sein“, flüstert Mutter Mathilda Louise Barret (Celine Alexy) aufgeregt ihrer Tochter zu. Als Lady Crawley (Giuliana Bohlken) und die Gesellschaft zu Besuch kommen, taucht wie aus dem Nichts Mathildas Bruder Ferdinand (Anton Lepecha) mit seinem imaginären Freund Kasimir auf. Als er Lady Crawley den unsichtbaren Kasimir vorstellen möchte, verlässt Crawley entsetzt das Haus. Mathilda ist außer sich vor Wut: „Immer versaut Ferdinand uns alles. Das kann so nicht mehr weiter gehen.“

Im Hause Longley läuft so einiges aus dem Ruder. Ein skurriler Edelmann und sein imaginärer Freund Kasimir mit einem großen, blauen Schlapphut — das kann doch nicht zusammen passen. Das zwei Meter große Wesen verändert Ferdinands Leben — zum Guten. Nun verschenkt er Geld an arme Diebe und ist lebenslustig. Mathilda wünscht sich ihren einst kaltherzigen Bruder zurück. Krampfhaft versucht sie ihn mit Tochter Madeleine Barret (Emilia Kocks) los zu werden. Wie das wohl ausgeht und ob Tochter Madeleine freiwillig im Schatten ihrer Mutter stehen möchte, weiß nur Kasimir. Aber: „Who the Frack is Kasimir?“ Ein Känguru hätte zu große Füße, und ein Roboter wäre zu wartungsintensiv. Ein Pinguin passt demnach perfekt nach Krefeld.

Mathilda entscheidet sich, Ferdinand in das Sanatorium einzuweisen. Ihre zweite Tochter Elfi Barret (Efi Rose) versucht diese Pläne mit allen Mitteln zu verhindern. Mathilda erzählt Doktor Sandmann (Jakob Zajt) von dem Pinguin und ihren schlaflosen Nächten. Aufgrund von Missverständnissen wird Mathilda Barret versehentlich eingewiesen und in ihrem Zimmer gebadet. Gibt es Kasimir wirklich, oder sind nun alle verrückt geworden? Zwei ältere Damen, Napoleons Verwandte Napoleonna und Sängerin Evelyn Violette, sind Bewohner des Irrenhauses. Nach langem Hin und Her wird Mathilda endlich entlassen. Zuhause wird ihr zu-nächst ein warmes Bad angeboten, um sich zu entspannen, woraufhin sie entsetzt und traumatisiert ablehnt.

Evelyn Violette (Ebenezan Georgstephan) sorgt bei der Vorstellung mit rosa geblümtem Bühnenoutfit und Gesangseinlage zu „Dancing Queen“ von Abba bei dem Publikum für gute Stimmung. Die Gäste konnten sich vor Lachen kaum halten. Am Ende des Stücks gab es so einige Happy Ends für die Schauspieler. Die Schüler des Gymnasiums Horkesgath und Lehrer Peter Gronsfeld sind zufrieden mit der Vorstellung. Insgesamt wurden 300 Karten für „Who the Frack is Kasimir?“ verkauft. „Ich bin stolz auf die Schüler“, sagt Gronsfeld. „Bis auf ein paar kleinere Patzer — wegen der Nervosität — ist alles glatt gelaufen.“

Vergangene Woche lag die Hauptdarstellerin noch im Krankenhaus. „Ich bin froh, dass Celine wieder fit ist und mitspielen kann.“ Schülerin Sandra Gerarts spielt eine der zwei älteren Damen. „Meine Maske hat circa eine halbe Stunde gedauert“, erzählt sie. Das stundenlange Proben hat sich auf jeden Fall gelohnt. Am Ende bekamen die Schüler eine Menge Applaus.

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