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Wie Krefelder gegen Kinderarmut kämpfen

Hartz-IV : Wie Krefelder gegen Kinderarmut kämpfen

Insgesamt leben in Krefeld mehr als 9000 Jungen und Mädchen in sozial schwierigen Verhältnissen. So unterstützt sie eine Initiative.

In Krefeld wächst jedes fünfte Kind unter 18 Jahren in einem Haushalt mit Hartz-IV-Leistung auf. Das sind 9081 Kinder, gleich 23 Prozent. „Das ist negativ überraschend“, sagt Beigeordneter Markus Schön. Vor allem deshalb, weil im Vergleich es im Land jedes fünfte und im Bund jedes sechste Kind ist. Umso erfreulicher ist die erste Bilanz, die Oberbürgermeister Frank Meyer für die von ihm vor einem Jahr gegründete Initiative „Krefeld für Kinder“ jetzt ziehen kann. Durch die Sensibilisierung für dieses ernste gesellschaftliche Thema und ein großes Engagement vieler Beteiligter konnten bislang etwa 1200 Kinder durch Aktionen erreicht werden.

Mit Krefelder Kindertalern
für das Thema sensibilisieren

Neben den bereits bestehenden Hilfen und Angeboten ist eine Initiative außerhalb der Verwaltungsstrukturen entstanden, die dazu beitragen möchte, die Lebensbedingungen und das Aufwachsen insbesondere von Armut gefährdeter Kinder zu verbessern. Das soll gelingen, indem auf ihre soziale Situation hingewiesen wird, Angebote gegen die Armutsfolgen bereitgestellt und Partner zusammengebracht werden, die sich bei diesem Ziel gegenseitig tatkräftig unterstützen.

Mit Gregor Micus, dem Vorgänger von Markus Schön, ist ein Mann gewonnen worden, der alle Stränge koordinieren kann und das Krefelder Netzwerk gut kennt. „Wir sensibilisieren für dieses Thema durch Aktionen wie beispielsweise den Krefelder Kindertaler“, berichtet Micus. In Zusammenarbeit mit der Krefelder Tafel war der Taler für den Besonderen Weihnachtsmarkt an bedürftige Kinder ausgeteilt worden, sozusagen als Ersatzwährung. „Damit konnten sie sich dort einen eigenen Wunsch erfüllen“, so Meyer.

Die Stadt nimmt mit dieser Initiative am Landesprogramm „Kommunale Präventionsketten – NRW“ teil. „Ziel ist es, durch Beratung, Gesundheit und Bewegung sowie Bildung und Qualifizierung junge Menschen früh in den Blick zu nehmen“, sagt Silke Tophoven. Sie ist die Koordinatorin dieser Präventionsketten. „Ohne das Engagement der Bürgerschaft und von Firmen, würde das nicht gehen“, sagt Micus.

Internetseite mit allen Infos
ist seit Montag freigeschaltet

Seit Montag ist die offizielle Internetseite dieser Initiative (mit vielen Infos und Kontaktmöglichkeiten) freigeschaltet worden. Dennoch ist es den Verantwortlichen gelungen, schon zahlreiche Angebote wie ein Boxcamp, eine Fußball-Mini-WM, Ferienerlebnistage im Zoo und bei der Feuerwehr anzubieten.

Möglich geworden ist das durch einige Spenden, die auch für das neue Programm in diesem Jahr verwendet werden sollen. Bis zum vergangenen Februar sind auf das Spendenkonto (DE84 3205 0000 0000 4055 48, Verwendungszweck: Spende Krefeld für Kinder) etwa 10 000 Euro geflossen, plus 3800 Euro aus einem Benefizkonzert der Niederrheinischen Sinfoniker. 10 000 Euro hat eine namhafte Firma für ein Sprachförderprojekt gespendet, weitere 19 000 Euro sind für ein Leseförderprojekt und ein Computer-Programmier-Programm an Grundschulen angekündigt. „Wir sollten Kinder als Zukunft unserer Stadt verstehen“, sagt Meyer und wirbt um weitere Unterstützung.