Wie ein alter Bunker in Krefeld zum Schmuckstück werden soll

Umbau : Wie ein alter Bunker in Krefeld zum Schmuckstück werden soll

Ein achtstöckiger Hochbunker soll in Krefeld bewohnbar gemacht werden. Dabei soll auch die Fassade ein frisches Erscheinungsbild bekommen.

Der alte Bunker an der Schönwasserstraße überragt die angrenzende Wohnbebauung um bis zu rund 20 Meter. Als Landmarke mit Symbol- und Mahnmal-Charakter ist er einerseits prägend für die Umgebung, andererseits aber nicht als Maßstab für die angrenzende Bebauung zu werten. Nach dem Vorbild in Fischeln am Marienplatz will die Stadt nun auch dieses Relikt aus dem Zweiten Weltkrieg einer neuen Nutzung zuführen und durch Aufstockung um ein Geschoss neuen Wohn- und Büroraum schaffen.

Die Pläne dafür werden zunächst in der Sitzung der Bezirksvertretung Ost am Donnerstag, 21. Februar, um 17 Uhr im großen Saal des Rathauses Bockum der Öffentlichkeit vorgestellt. Am 27. Februar wird dann der Ausschuss für Stadtplanung darüber entscheiden.

Krefelder Tafel ist im Flachdachbunker untergebracht

Die Bunkeranlage ist von der Schönwasserstraße und einer von der Friedrich-Ebert-Straße abgehenden Stichstraße zugängig. Sie besteht aus einem achtstöckigen Hochbunker sowie einem angebauten Flachdachbunker, der einzig im Erdgeschoss durch die Krefelder Tafel genutzt wird. Bei einem schweren Sturm Anfang des Jahres 2018 wurde das Dach schwer beschädigt. Die Krefelder Tafel musste vorübergehend an anderer Stelle untergebracht und der Bunker eingerüstet werden. Er muss dringend saniert werden. Der Eigentümer, die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben, möchte ihn verkaufen und aus der Nutzung entlassen. Damit ergibt sich die Möglichkeit, ein allgemeines Wohnungsgebiet entsprechend der Darstellung des gültigen Flächennutzungsplanes zu entwickeln. Wohnungen sind derzeit im Hochbunker nicht beheimatet, sollen jedoch perspektivisch ermöglicht werden.

Das schadhafte Dach soll weg und eine Etage draufgesetzt werden

Das schadhafte Walmdach des Hochbunkers soll abgetragen und durch einen transparenten Glaskubus ersetzt werden. Dadurch wird das Gebäude um ein Geschoss aufgestockt. Neben dem Erdgeschoss wird es künftig aus sieben Obergeschossen und einem Dachgeschoss bestehen. Die Erschließung der einzelnen Etagen soll über einen verglasten Turm an der Nordseite der Fassade erfolgen.

Für die Errichtung neuer Nutzflächen müssen zugleich neue Stellplätze nachgewiesen werden. Als Standort bietet sich der Flachbunker an, für den drei Stellplatzvarianten denkbar sind. In der Ersten kann der Flachdachbunker als Parkhaus genutzt werden. Dafür wären Teile der Außenwand zu öffnen. Die Krefelder Tafel müsste jedoch bei dieser Variante ihre Nutzung an der Stelle aufgeben und in den Hochbunker umziehen. Ergänzend könnten neben der Einfahrt 14 Senkrechtstellplätze angelegt werden.

Bei den anderen beiden Varianten könnte die Krefelder Tafel den Flachdachbunker weiterhin nutzen. Nur das Dach des Gebäudes würde lediglich als Stellplatzfläche genutzt. Die Autos könnten durch einen Parklift oder eine Rampe hinauf- und hinunter fahren. Auf dem Dach ist Platz für acht Stellplätze. Für die Errichtung der Rampe müsste die private Gartennutzung vollständig aufgegeben und die Bepflanzung einschließlich eines Straßenbaums an der Schönwasserstraße entfernt werden. Kompensiert werden soll dieser Eingriff durch eine neue Dach- und Fassadenbegrünung für den Bunker.

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