1. NRW
  2. Krefeld

Wie die Stadt Krefeld das Fehlen von Ärzten angehen will

Gesundheit : Wie die Stadt das Fehlen von Ärzten angehen will

Im Fachbereich Gesundheit sind bis zu 30 Prozent der Stellen nicht besetzt. Ein externer Berater soll helfen.

Wie ist die personelle Situation im Fachbereich Gesundheit? Krefeld ist laut einer Vorlage für den jüngsten Verwaltungsausschuss vom Mangel an Fachpersonal bei den medizinischen Berufen „bereits betroffen“. Danach sind aktuell vier von 13 Arztstellen nicht besetzt. Das entspricht einer Quote von etwa 30 Prozent. Im gesamten Fachbereich sind 13 von 54 Stellen frei (rund 24 Prozent). So suchen die Kommunen zum Beispiel Gesundheitsingenieure und Hygienekontrolleure.

Wo spüren die Bürger diese Entwicklung? Die Krefelder bemerken diese Entwicklung laut des zuständigen Beigeordneten Thomas Visser an einigen Stellen: beim Warten auf einen Termin für die Schuleingangsuntersuchung zum Beispiel oder beim Sozialpsychiatrischen Dienst. Für dessen Leitung gibt es seit längerer Zeit keine Bewerbungen.

Was sind die Ursachen für die Entwicklung? Die Stadt hat starke Konkurrenz, etwa Kliniken. Sie kann zwar mit den besseren und berechenbareren Arbeitszeiten werben. „Aber die Kliniken entlohnen besser“, sagt der Beigeordnete Visser. Da könne die Stadt nicht mithalten, weil sie ans Tarifrecht des Öffentlichen Dienstes gebunden sei.

Wie will die Stadt das Problem angehen? Die Verwaltung hofft zum einen, mit Stellenausschreibungen auf anderen, moderneren Wegen, mögliche Interessenten zu erreichen. Zugleich plant sie, den Fachbereich neu zu organisieren, um die beschriebenen Lücken zu kompensieren. Dabei soll ein externer Berater helfen, den die Stadtspitze in naher Zukunft beauftragen will. Dafür braucht es keinen politischen Beschluss, weil es um die Organisation der Verwaltung geht. Die Kosten für dieses Projekt werden laut der erwähnten Vorlage auf rund 200 000 Euro geschätzt.

Mit dem externen Berater will die Verwaltung unter anderem erörtern, welche Aufgaben zwingend durch ärztliches Person erfüllt werden müssen und welche rechtssicher auch durch andere, medizinisch geschulte Mitarbeiter übernommen werden können. Darüber hinaus soll geprüft werden, in welchen Bereichen Krefeld mit Dritten (damit sind sowohl andere Kommunen als auch Krankenhäuser und Praxen gemeint) zusammenarbeiten kann. Praktische Beispiele gibt es schon: So kümmert sich Krefeld um alle Heilpraktiker-Prüfungen im Regierungsbezirk Düsseldorf, andere Kommunen im Regierungsbezirk übernehmen anderen Aufgaben für die anderen, also auch Krefeld.