Fahrrad: Wie aus Wünschen Wirklichkeit wird

Fahrrad: Wie aus Wünschen Wirklichkeit wird

Werkhaus und Fahrradaktionskreis organisieren den „Krefelder Radschlag“. Es geht um die Stadtplanung der Zukunft.

Krefeld. Das Werkhaus-Team um Georg Dammer und Anja Jansen sowie der Fahrradaktionskreis um Karl-Heinz Renner haben am letzten Wochenende dieses Monats ein ambitioniertes Programm geplant. Drei Tage lang - von Freitagabend bis Sonntagmittag dreht sich im Südbahnhof an der Saumstraße unter dem Titel „Krefelder Radschlag“ alles ums Thema Fahrrad und die Gestaltung einer fahrradfreundlichen Stadt.

Für den Werkhaus-Geschäftsführer Georg Dammer liegt das Thema Radverkehr „als möglicher Anlieger einer künftigen Promenade, aber mit Sicherheit der Stadtterrasse“ im Südbahnhof ganz nah. Mit Karl-Heinz Renner und Harry von Bargen, der als Moderator wirkt, habe man eine „tolle Partnerschaft“.

Wie gestaltet man eine Stadt fahrradfreundlich? Darüber diskutieren zum Auftakt am Freitag, 31. März, 18 Uhr, neben Ulrich Cloos vom Krefelder Stadtmarketing auch Referentin Meredith Glaser, wissenschaftliche Mitarbeiterin des Urban Cycling Institute an der Amsterdamer Universität, und Ulrich Kalle vom Allgemeinen deutschen Fahrradclub (ADFC) Bonn. Er prüft Beispiele aus den Niederlanden auf ihr Potenzial für Krefeld und Deutschland. Bürgermeisterin Gisela Klaer wird die Gäste begrüßen.

Der Blick über den Krefelder Tellerrand soll inspirieren, Krefeld „copenhagenized“ werden, wie es Harry von Bargen in Anspielung auf die in Sachen Fahrradverkehr vorbildliche dänische Hauptstadt formuliert. Dass mit Ulrich Cloos der städtische Werber für den Standort Krefeld eingebunden ist, ist kein Zufall. Krefeld, Mitglied der Arbeitsgemeinschaft fußgänger- und fahrradfreundlicher Städte (AGFS), könne mit seinem Engagement für den Radfahrer werben.

Zwei Radtouren am Samstag sind ganz praktisch orientiert. Heino Thies (Fachbereich Grünflächen) zeigt am Samstagmorgen, 1. April, wo Radfahrer ab 2020 über eine Promenade aus dem Zentrum bis nach Linn fahren können. Alternativ lenkt Andreas Domanski (ADFC) die Radfahrer zur Marktstraße zwischen Tannenstraße und KWM, wo exemplarisch der Handlungsbedarf deutlich wird: Autos, Fußgänger und Radfahrer kommen sich hier in die Quere und gefährden sich gegenseitig. Zu wenig Platz für die Radfahrer, gefährliche Kreuzungen oder Kreisverkehre — für solche Situationen werden an dem Wochenende Lösungen gesucht.

Die Ideensammlung steht am Samstagnachmittag im Mittelpunkt. An sieben Tischen geht es jeweils um ein Thema: beispielsweise den Platz des Rads in der modernen Stadtentwicklung, Fördermöglichkeiten des Radverkehrs, eine verbesserte Kombination von Bus, Bahn und Rad oder Gesundheitsaspekte des Radfahrens. Besucher des so genannten Worldcafés können von Tisch zu Tisch wandern und mitdiskutieren.

Auf der Tischdecke werden die Anregungen festgehalten und sind am Ende für alle sichtbar — auch für Krefelds Planungsdezernenten Martin Linne, der am Samstagabend in einer Diskussion mit den Fahrradexperten Wunsch und Wirklichkeit abgleicht.

Zum Abschluss am Sonntag werden im Südbahnhof die Promenadenplanung und Schnappschüsse zum Fahrradverkehr in Krefeld gezeigt. Fahrradinitiativen stellen sich und E-Bikes, Rad-Anhänger, Rikschas oder Zubehör vor, die den Einsatz des Rads im Alltag erleichtern können.

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