Westwall in Krefeld soll geöffnet werden

Innenstadtverkehr : KWM: Freie Fahrt für Rettungsfahrzeuge

Politik und Anwohnern fordern die Aufhebung der Westwall-Sperrung.

Keine Straßensperrung hat die Krefelder in den vergangenen Jahren so beschäftigt wie die Schließung des Westwalls vor dem Kaiser-Wilhelm-Museum. Obwohl Anwohner unzählige Unterschriften sammelten, Händler und Politiker für eine temporäre Öffnung der Nord-Süd-Verbindung in der Innenstadt plädierten, bleibt das Stück zwischen Everts- und Marktstraße weiterhin dicht. Vorerst auf jeden Fall.

Die Mitglieder der Bezirksvertretung haben das Thema weiter auf dem Schirm und setzten sich in der vergangenen Woche erneut mit dem gesperrten rund 100 Meter langen Straßenstücks erneut auseinander. Eva Kesseler von der CDU erinnerte die Verwaltung erneut daran, dass die Bezirksvertretung in ihrer Sitzung vor der Sommerpause Ende Juni einstimmig beschlossen hätte, den Westwall zumindest für Rettungsfahrzeuge zu öffnen. „Es kann doch nicht sein, dass die Rettungskräfte weiter die Umwege aufgrund dieser Sperrung in Kauf nehmen müssen“, sagte sie.

Anwohner möchte Westwall auch für Radfahrer geöffnet haben

Die Verwaltung, von der an diesem Abend nur Bürgerservice-Leiter Dirk Bangel zu dem Thema hätte Stellung beziehen können, soll den Antrag erneut prüfen. Es sickerte aber bereits durch, dass solch ein Beschluss wohl nur von den Mitgliedern des Bauausschusses gefällt werden könnte. Bereits im Juli dieses Jahres hatte sich die Verwaltung bereits nicht begeistert gezeigt von der Idee, den Westwall für Rettungsfahrzeuge zu öffnen.

Deshalb hieß es vor zwei Monaten aus dem Rathaus, die jetzige Verkehrsregelung solle nicht geändert werden, „da damit auch weitere Umstellungsprozesse der Verkehrsteilnehmer hervorgerufen werden“. Die Unfallzahlen rund ums KWM hätten in der Vergangenheit indes zugenommen, heißt es aus dem Rathaus. Demnach sei es im Umfeld des gesperrten Westwallbereichs zu einer Steigerung der Unfallzahlen durch die Verdrängung des Verkehrs auf die umliegenden Straßen gekommen.

Ebenfalls zum Thema Westwall-Öffnung hatte Anwohner Martin Schiffmann in der Bürgerfragestunde gesprochen und gefragt: „Warum wird der gesperrte Bereich nicht zumindest für Radfahrer wieder geöffnet. Es würde ja ausreichen, die Absperrbaken einfach 80 bis 100 Zentimeter zu öffnen, damit Radfahrer das Stück passieren können und nicht extra außen herum fahren müssen oder illegalerweise den Bordstein benutzen.“ Eine Forderung, der auch einzelne Vertreter der anwesenden Fraktionen etwas abgewinnen konnten.

Ruhig wurde es im Raum, als Schiffmann mit seiner Frage nachlegte, warum ausgerechnet die Leiterin des Kaiser-Wilhelm-Museums, Katia Baudin, ihren Dienstwagen immer in dem eigentlich gesperrten Bereich auf dem Westwall parke. „Vorher war es so, dass auch die Mitarbeiter des Café-Betreibers dort geparkt haben. Für die Bürger bleibt der Bereich aber weiterhin komplett gesperrt. Ich verstehe es nicht“, sagte Schiffmann.

Was die Anwohner rund ums KWM besonders stört, ist der zusätzliche Verkehr, der seit der Schließung des Westwalls jetzt vermehrt über den Karlsplatz verläuft. Auch die Blumenstraße, die Evertsstraße sowie die Lenssenstraße würden unter einer enormen Mehrbelastung leiden.

Mehr von Westdeutsche Zeitung