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Werbegemeinschaft setzt auf stimmungsvolles Einkaufen

Innenstadt : Nasses Einkaufen bei Kerzenschein

Blumenfeen und Feuerartisten sorgen für Stimmung – nur das Wetter spielt nicht mit.

Das Wetter spielt am Samstag bei „Einkaufen bei Kerzenschein“ nicht so richtig mit. Es ist regnerisch und kalt – und nur langsam finden am späten Nachmittag Besucher gezielt den Weg in die Krefelder Innenstadt. Auf der Königstraße warten nur wenige Passanten auf die Eröffnung der Aktion um 18 Uhr. Die Straße ist bereits 20 Minuten vor dem Startschuss für den Verkehr gesperrt – und weitgehend leer.

In der Stadt-Parfümerie Pieper — einen Steinwurf von der Minibühne für die Eröffnung entfernt — warten drei Verkäuferinnen im Geschäft auf Kunden. Melissa Schüller hat dafür eine Erklärung: „Es ist das Wetter, das spielt eine große Rolle und die meisten unserer Kunden wissen, dass wir normalerweise um 16 Uhr schließen. Hier auf der Königstraße sind wir stark vom Wetter und den Öffnungszeiten der Nachbargeschäfte abhängig.“ Zum Andrang am Vortag, dem „Black Friday“, sagt sie: „Die Welle ist so langsam auch bei uns angekommen. Die Kunden kennen den Begriff und dieses Jahr waren die Schnäppchenjäger schon spürbarer unterwegs.“

Veranstaltung im November findet zum zwölften Mal statt

Langsam findet mehr Publikum den Weg auf die Königstraße für die offizielle Eröffnung. Vier junge Musikerinnen der Musikschule stimmen mit ihrem Spiel darauf ein. Von der Atmosphäre und dem richtigen Zeitpunkt für ein „Stille Nacht, heilige Nacht“ ist man jedoch vier Wochen vor Weihnachten noch weit entfernt.

Pünktlich um 18 Uhr begrüßt Christoph Borgmann, Vorstand der Werbegemeinschaft, das Publikum, das inzwischen langsam zahlreicher wird. Er sei stolz darauf, dass Einkaufen bei Kerzenschein zum zwölften Mal stattfindet. „Für uns ist es der Start in die Weihnachtssaison. Heute ist es zwar leicht nieselig, aber noch erträglich,“ meint er. Bürgermeisterin Gisela Klaer übernimmt das Mikrophon: „Ich freue mich, dass ich diesen wirklich hervorragenden Event mit begrüßen darf.“

„Im Parkhaus habe ich viele niederländische Kennzeichen gesehen“, sagt Borgmann optimistisch. Daran schließt er einen Dank an die Krefelder Einzelhändler und die Werbegemeinschaft sowie einen Werbeblock für den Krefelder Weihnachtsmarkt an. Einen verständlichen Wunsch nennt er dem Publikum noch: „Ich wünsche mir, dass Sie die Weihnachtsgeschenke in der Innenstadt und nicht nur online kaufen.“

Stimmungsvoll wird es auf der Königstraße, als Stelzenläuferinnen mit erleuchteten bunten Blüten an überdimensionalen Blumenstielen in die Besuchermenge spazieren. Das kommt bei den Passanten gut an, ist es doch ein neues Bild im Vergleich zu den Vorjahren, das die Künstler bieten. Feuerakrobaten sorgen danach für weitere Unterhaltung, während sich die grazilen Lichter-Blüten-Feen zur Hochstraße bewegen, wo sie auch dort für viel Aufmerksamkeit und kleine Menschentrauben sorgen.

Einige Besucherinnen vermissen Essstände auf der Straße

Drei Damen auf dem nördlichen Teil der Hochstraße sind hingegen frustriert und machen ihrer Enttäuschung über die Aktion „Einkaufen bei Kerzenschein“ Luft. „Wir drei kommen aus Traar und wollten bei Kerzenlicht einkaufen“, sagt Marion B. „Aber es ist jämmerlich und man muss suchen. Und teilweise ist die Deko nicht funktionstüchtig.“

Das Trio vermisst auch Stände auf der Straße, um etwas zu essen und zu trinken. „Wir sind jetzt auf dem Weg zum Weihnachtsmarkt und hoffen, dass wir da nicht enttäuscht werden,“ sagt Marion B. Einstimmig erklären die drei Damen aus Traar: „Wir sind aber sehr stolz auf unsere Stadt.“ Dann machen sie sich auf Richtung Weihnachtsmarkt, der rund um die Dionysiuskirche aufgebaut ist und Stände mit Essbarem ebenso bietet wie Design aus Krefeld.

Der allgemeine Wunsch vieler Passanten scheint zu diesem Zeitpunkt jedoch eher zu sein, heimwärts zu streben. Ein Flanieren lässt sich nicht beobachten; auch in zahlreichen Geschäften befindet sich gegen 19 Uhr kaum Publikum, andere Geschäfte auf der oberen Hochstraße sind bereits geschlossen. Die Chancen für ein Einkaufsvergnügen auf der einen Seite und die Möglichkeit für zusätzliche Einnahmen durch diese Aktion scheinen gering zu sein. Der Regen ist stärker geworden und so folgt in Krefeld dem „Black Friday“ ein „Wet Saturday“.