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Weihnachts-Shopping: Kälteeinbruch hilft Krefelder Einzelhändlern

WEIHNACHTS-SHOPPING : Kälte hilft Einzelhändlern

Renner waren am verkaufsoffenen Sonntag warme Kleidung und winterliche Accessoires.

Viele Leute sind unterwegs – aber wenig Tüten. Diese Zwischenbilanz des verkaufsoffenen Sonntags kann gegen 15 Uhr gezogen werden. „Der Andrang könnte größer sein“, sagt eine Verkäuferin in einem Teegeschäft, während sie einem Kunden die Variante „HoHoHo“ einpackt. Und in einer Buchhandlung an der Rheinstraße sitzt der Eigentümer zu dieser Zeit ganz alleine.

Eigentlich hatte die Werbegemeinschaft Krefeld große Hoffnung in den offenen Sonntag gesetzt: Er sollte das bislang eher schleppend verkaufende Weihnachtsgeschäft herausreißen. Ist diese Hoffnung aufgegangen? Am späten Nachmittag sagt Vorsitzender Christoph Borgmann dazu: „Ja, auf jeden Fall. Nachdem das Geschäft in den ersten Dezembertagen etwas zäh verlief, hat sich die Einkaufsstimmung seit dem letzten Freitag erheblich verbessert. Der Umsatz lag in etwa auf Vorjahresniveau. Renner waren unter anderem warme Kleidung, wasserfeste Schuhe, Ski und sonstige winterliche Accessoires, wozu nicht zuletzt das Superwetter und der Kälteeinbruch beigetragen haben.“ (siehe nebenstehendes Interview)

Zwischen „Notgeschenken“
und Reibekuchen

Wer sind überhaupt die Leute, die am Sonntagnachmittag durch die Innenstadt laufen? Wissen sie das Angebot zu schätzen, dass heute die Geschäfte geöffnet haben? „Auf jeden Fall! Endlich können wir mal gemeinsam einkaufen“, sagen Martina und Eberhard Himmelmann. Beide sind berufstätig und genießen es, in aller Ruhe „Notgeschenke“ für die Familie aus dem Bereich Elektronik/Unterhaltung besorgen zu können. Im Internet bestellen könnten sie zwar auch, aber „gute Beratung ist mir wichtig“, betont Martina Himmelmann. Und ihr Mann ergänzt, dass der Umtausch vor Ort einfacher sei als die Hin- und Her-Schickerei bei einer Bestellung im Netz.

Familie Schmitz – Sascha, Sandra, Niklas und Max – ist gar nicht zum Einkaufen hier: „Der Zwerg wollte auf den Weihnachtsmarkt“, sagt Papa Sascha und deutet auf Niklas. Nun nutze man die Gelegenheit noch zu einem kleinen Bummel.

In einem geschlossenen Geschäft an der Hochstraße sind Handwerker damit beschäftigt, die Fassadenbeschriftung zu entfernen. Krachend fällt ein Teil zu Boden. Unweit davon ist Anne Michael-Angeli mit Tochter Leni und Mann Markus Ixfeld in Richtung Schwanenmarkt unterwegs. „Wir hatten Langeweile“, verrät Anne Michel-Angeli augenzwinkernd. Eigentlich sei sie kein großer Freund von verkaufsoffenen Sonntagen. Nun aber wolle man auf dem Weihnachtsmarkt Reibekuchen essen. Und ein Geschenk für die Schwägerin habe sie dann gleich auch besorgt.

Der Autoverkehr quält sich über die Königstraße. An der Ecke zur Rheinstraße schaut eine Polizeistreife vom Fahrrad aus nach dem Rechten. Einige Schritte weiter trifft die WZ Carola Hildebrandt und Thomas Krüger aus Düsseldorf. Sie wussten gar nicht, dass in Krefeld heute eingekauft werden kann: „Wir wollten eigentlich nur auf den Weihnachtsmarkt.“ Nun nutzen sie die Gelegenheit, etwas für den Haushalt zu besorgen.

Monika Burgfeld und Michaela Gürtunca machen gerade Pause auf einer Bank. Eine große Tüte steht neben ihnen. „Deko und kleine Geschenke“, verrät die Tochter, die in aller Ruhe mit ihrer Mutter unterwegs ist. Kind und Mann habe sie ganz bewusst daheim gelassen: „Für die Zweijährige wäre es viel zu stressig.“