Warum sich der Last-Minute-Urlaub nicht mehr lohnt

Umfrage in Krefeld : Warum sich der Last-Minute-Urlaub nicht mehr lohnt

Wer mit der Familie in den Herbstferien noch kurzfristig in den Süden fliegen möchte, muss viel bezahlen. Das kann verschiedene Gründe haben - eine Umfrage bei Anbietern in Krefeld.

Eine vierköpfige Familie, die jetzt noch kurzfristig in den Herbstferien in den Süden fliegen will, muss tief in die Tasche greifen. Ob die spanische Kanaren-Insel Fuerteventura oder die griechische Insel Kreta, ein Appartement für zwei Erwachsene und zwei Kinder mit Halbpension kostet im Durchschnitt 2450 Euro. „Diese Reisen sind noch kurzfristig zu buchen“, sagt Claudia Berg von der Flugbörse an der Rheinstraße.

Wer aber auf Last Minute setzt, hat Pech. Längst sind die Urlauber dazu übergegangen, ihre Reisen frühzeitig zu buchen und entsprechende Preisnachlässe von fünf bis zu zehn Prozent dafür zu erhalten.

„Im oberen Preissegment mit viereinhalb bis fünf Sternen ist immer etwas zu haben“, sagt Wolfgang Hoffmann von RKR Krefelder Reisen. Nur preisgünstig geht nicht mehr. Auch er sieht einen Trend hin zu langfristigen Buchungen. Als Beispiel für Kurzentschlossene bietet er eine 14-tägige Reise nach Gran Canaria mit Flug ab Düsseldorf, Übernachtung in einer vier Sterne Apartement-Anlage mit Frühstück an für 800 euro pro Person. Für eine vierköpfige Familie kosten die zwei Wochen 3200 Euro, Verpflegung noch nicht eingerechnte.

Dennoch können die angefragten Reisebüros in Krefeld nicht bestätigen, dass Reisen in diesem Jahr deutlich teurer geworden sind. „Durch die Air Berlin-Pleite und die damit verbundene Verknappung der Sitzplätze, die wiederum von den Veranstaltern teuer anderweitig eingekauft werden mussten, haben sich die Flüge etwas verteuert“, sagt Hoffmann. Aber der Wettbewerb sei noch immer so stark, dass das nicht wirklich zu Buche schlage.

Auch das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt berichtet nach Jahren fallender Flugpreise von wieder steigenden Preisen. Ein steigender Ölpreis und die verstärkte Expansion der Billigflieger an Großflughäfen lassen die durchschnittlichen Bruttopreise der Billigflieger für einen einfachen Flug auf einen Bereich von 53 bis 117 Euro steigen. Der Vorjahreswert dieser Gesellschaften lag bei rund 44 bis 105 Euro. Der Anstieg sei moderat. Dennoch sei in Deutschland die Anzahl der Flüge pro Woche im Niedrigpreissegment von 3613 auf 4843 innerhalb eines Jahres gestiegen.

Der Krefelder Baustein-Reiseanbieter „Erlebe Fernreisen“ hat keine grundsätzlichen Preissteigerungen wahrgenommen. Nur Reisen in Länder, in denen sich der Dollar ungünstig entwickelt habe, seien teurer geworden.

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