Warum neue Gelbe Tonnen in Krefeld für Ärger sorgen

Müll in Krefeld : Neue Gelbe Tonnen sorgen für Ärger

Die Firma Schönmackers übernimmt ab Januar die Abholung in Krefeld. Bei der Lieferung neuer Behälter gibt es Probleme.

Inzwischen nimmt Bernd Klein das Ärgernis mit Humor. „Unser Haus erkennen Sie an der Hausnummer und den Gelben Tonnen vor der Tür“, sagt Klein. Eigentlich sollte es nur die Hausnummer sein, doch seit mehr als einer Woche haben Bernd und Ellen Klein drei Gelbe Mülltonnen. Der Grund: Zum Jahreswechsel leert nicht mehr die Stadtwerke-Tochtergesellschaft GSAK Gelbe Tonnen und Gelbe Säcke in Krefeld. Die Kempener Firma Schönmackers übernimmt und verteilt derzeit neue Müllbehälter in der Stadt. Dabei kam es offenbar bei mehreren Krefeldern zu Problemen. Zumindest haben sich neben Klein weitere Bürger über zu viele neue Tonnen von Schönmackers bei unserer Redaktion beschwert.

40 000 Tonnen sind
aktuell auszutauschen

Kleins Geschichte ist dabei typisch. Seit vielen Jahren hat er immer eine kleine Gelbe Tonne. Doch am Freitag vergangener Woche begann die Abfall-Aufregung bei ihm an der Roonstraße in Bockum. Da lieferte Schönmackers statt einer neuen 120-Liter-Tonne zwei Tonnen für je 240 Liter. „Wobei auf einer drauf steht, dass sie nur 120 Liter fasst“, sagt Klein. Nun hat er also drei Tonnen. Denn die alten Modelle holt die GSAK erst ab kommender Woche bis zum Jahresende mit der letzten Leerung in den einzelnen Stadtbezirken ab. „Das ist doch Blödsinn, neue Tonnen hinzustellen, solange die alten noch gebraucht werden“, sagt Klein. In seine Garage würden die zwei neuen nämlich nicht passen. Daher stehen sie nun vor dem Haus auf dem Gehweg. „Das beobachte ich an einigen Ecken in Krefeld. Für das Stadtbild ist das nicht schön.“

Mit der Datenbank zu
den Tonnen gibt es Probleme

Klein will, dass die überflüssige Tonne möglichst schnell wieder entfernt wird. Daher habe er in dieser Woche versucht, mit der GSAK, der Stadt und vor allem Schönmackers eine Lösung zu finden. Schönmackers habe mitgeteilt, dass die falsche Lieferung erst „irgendwann im Januar“ geholt werde. Zudem habe er in seinen Gesprächen den Grund für den Fehler herausgefunden, sagt Klein. In der Liste der Kunden, die Schönmackers erhalten habe, sei er mit einer kleinen und einer großen Tonne eingetragen gewesen.

Läuft beim Wechsel von der GSAK auf Schönmackers also grundsätzlich etwas schief?

Beide Anbieter klären auf. Der logistische Aufwand, 40000 Tonnen auszutauschen, sei enorm, sagt ein Schönmackers-Sprecher. Dass es da erstmal zu Überlappungen zwischen Abholung der alten und Lieferung der neuen Tonnen komme, sei klar. Dass Schönmackers zu viele Tonnen liefere, könne womöglich im Einzelfall vorkommen. „Das sollte natürlich nicht so sein und da können wir auch nur um Entschuldigung bitten“, sagt der Sprecher. Bürger, bei denen etwas schief gelaufen sei, sollten sich sofort melden, dann werde sich das Unternehmen kümmern.

Tatsächlich können falsche Lieferungen an falschen Einträgen im Datenbestand zu den Haushalten liegen. Daran trage aber weder die GSAK noch die Firma Schönmackers die Schuld, so GSAK-Geschäftsführer Wilfried Gossen. „Alle drei Jahre wird die Leerung der Gelben Tonne neue ausgeschrieben.“ Dabei reichen die zuständigen Unternehmen die Kundendaten weiter. Fehler würden nur auffallen, falls es beim Anbieterwechsel auch neue Tonnen für alle gibt. Als die GSAK vor drei Jahren die Leerung von einem dritten Anbieter übernahm, blieben dieselben Tonnen. Also fiel auch nicht auf, welcher Krefelder mit wie vielen Tonnen in der Datenbank vermerkt ist.

Dieses Mal ist nun wohl die eine oder andere Änderung in der Liste fällig.