Gesundheit Warum die frühe Diagnose wichtig ist

Krefeld · Stadt nimmt an der Europäischen Testwoche teil

 Oliver Winkelmann steht als Ansprechpartner bereit.

Oliver Winkelmann steht als Ansprechpartner bereit.

Foto: wz/Stadt Krefeld, Presse und Kommunikation, L. Strücken

Der städtische Fachbereich Gesundheit der Stadt Krefeld nimmt mit der HIV- und STI-Beratungsstelle an der Europäischen Testwoche vom 20. bis 27. Mai teil. Die Testwoche bündelt zweimal jährlich europaweite Test- und Informationsangebote und dient dazu, auf Testaktivitäten auf HIV, Hepatitis und andere sexuell übertragbare Erkrankungen (STIs) aufmerksam zu machen. Die Testwoche schafft auch ein Bewusstsein für die Vorteile früher Testungen. Die Weltgesundheitsorganisation hat das Ziel ausgerufen, bis 2030 die Ausbreitung von HIV nachhaltig zu bekämpfen.

Ein Großteil der mit HIV infizierten Menschen weiß nichts von der eigenen Infektion. Auch andere sexuell übertragbare Krankheiten wie Chlamydien oder Gonorrhö (Tripper) werden oft nicht bemerkt, da diese nicht zwangsläufig Symptome hervorrufen. Daten des European Centre for Disease Prevention and Control (ECDC) zeigen verschiedene Trends: Der Infektionsgrad bei Chlamydieninfektionen ist stabil, während steigende Trends bei Syphilis (Lues) und Gonorrhö zu beobachten sind. In Deutschland ist diese Entwicklung ebenfalls zu beobachten.

Die steigenden Trends weisen darauf hin, dass mehr getan werden muss, um Personen, die unwissentlich mit HIV und/oder einer sexuell übertragbaren Krankheit infiziert sind, zu ermutigen, sich testen und beraten zu lassen. Der Vorteil einer rechtzeitigen Diagnose ist, dass Ansteckungen von Dritten vermieden und Therapien zielgerichteter vorgenommen werden können. Unbehandelt können die Krankheiten fortschreiten und schwere Schäden anrichten. So entstehen bei einer unbehandelten HIV-Infektion schwerste Immundefekte bis hin zu Aids. Eine unbehandelte Chlamydieninfektion kann zur Unfruchtbarkeit führen. HIV ist zwar in absehbarer Zeit immer noch nicht heilbar, aber heutzutage sehr gut behandelbar, mit nur wenigen Nebenwirkungen und einer nahezu normalen Lebenserwartung und -qualität. Chlamydien, Gonorrhöe oder Syphilis sind bei rechtzeitigem Erkennen mit Antibiotika gut behandelbar und heilen aus. Gegen andere Erkrankungen wie Hepatits A und B oder HPV (bekannt als „Gebärmutterhalskrebs-Impfung“) stehen Impfstoffe zur Verfügung.

Interessenten können
sich beraten lassen

Die HIV- und STI-Beratungsstelle des Fachbereichs Gesundheit bietet während der Europäischen Testwoche neben den regulären Sprechzeiten (montags und mittwochs 8.30 bis 12.30 Uhr sowie montags von 14 bis 15.30 Uhr) weitere Termine an, um sich beraten und testen zu lassen. Das Angebot ist kostenlos, anonym und unterliegt der Schweigepflicht. Als Ansprechpartner steht Oliver Winkelmann vom Fachbereich Gesundheit zur Verfügung unter Telefon 0 21 51 / 86 35 24 oder per E-Mail an [email protected]. Weitere Informationen findet man im Internet unter der Adresse:

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