1. NRW
  2. Krefeld

Bauprojekt: Wagener stellt Pläne für Hotel- und Kongresszentrum vor: „Ausschreibung ist nicht notwendig“

Bauprojekt : Wagener stellt Pläne für Hotel- und Kongresszentrum vor: „Ausschreibung ist nicht notwendig“

Millionen-Projekt: Der Unternehmer hat jetzt seine Pläne für ein Hotel- und Kongresszentrum öffentlich vorgestellt.

Krefeld. Wenn es um den Theaterplatz geht, dann sind die Krefelder auf den Beinen. Der kleine Veranstaltungsraum in der Volkshochschule ist letztendlich zu klein für die vielen Interessierten, die dem Krefelder Unternehmer Gerald Wagener am Donnerstagabend auf den Zahn fühlen wollten. VHS und Rheinische Post hatten ihm das Forum bereitet, seine Pläne für ein Vier-Sterne-Hotel mit Kongresszentrum vorzustellen. Und er nutzt das nach Kräften.

Wagener kalkuliert mit einer Gesamtinvestition von 47.832.732 Euro, davon allein 27.609.653 Euro für den Veranstaltungsbereich. 1.100 Gäste soll dieser maximal unterbringen, der Unternehmer rechnet mit 63 Miettagen pro Jahr für Kongresse und 62 für Veranstaltungen. Außerdem gehören zu dem fünfstöckigen Riesenbau ein Dachgarten, eine Parkgarage mit 320 Plätzen, ein Foyer von 2.120 Quadratmetern, Gastronomie, 1.800 Quadratmeter für Einzelhandel und eventuell ein Bürgerbüro. Es gibt zwei Varian-ten der Positionierung des Baus, einmal mit Öffnung zum Ostwall, einmal zur Königstraße.

Tatsächlich bleiben aber einige Fragen offen, die nur die Verwaltung beantworten kann. Zum Beispiel die nach den jährlichen Kosten für das Seidenweberhaus. Die Stadt gibt sie mit einer Million Euro per anno an, Wagener präsentiert eine komplizierte Rechnung auf Basis des Bundesanzeigers, die beweisen soll, dass die Stadt über Umwege mindestens 2,5 bis drei Millionen in das marode Gebäude steckt. „Eine Schätzung“, sagt er, „weil die Verwaltung uns keinen Zugang zu den Zahlen gewährt.“ Wagener möchte neben dem Hotel, mit dreien sei man bereits im Gespräch, die Stadt als zweiten Ankermieter verpflichten, die jährlich 1,5 Millionen Euro Pacht zahlen soll.

Nächste Frage: Muss die Stadt, die einen Verkauf des Grundstücks an den Investor bereits ausgeschlossen hat, im Falle einer Erbpachtregelung nach europäischem Vergaberecht ausschreiben? Krefelds Planungschef Martin Linne ging vor wenigen Tagen im WZ-Interview ganz klar davon aus, Wageners Planer Thomas Speck sieht das anders: „Nur, wenn sie Fördermittel ins Projekt einfließen lässt. Ansonsten kann die Stadt sich natürlich mit einem einzigen Investor einigen.“ Bei der Frage, ob es dafür bundesweit Beispiele gibt, versucht Speck zu umschiffen bis ihm eine Basketballhalle in Ulm einfällt.

Außerdem ist derzeit noch nicht abzusehen, wie sich Mediothek und Theater architektonisch mit dem sehr dominanten Komplex vertragen.

Wagener wird nicht müde zu betonen, dass die Stadt bei jeder anderen Lösung die schlechtere Karte zieht. Eine Sanierung des Seidenweberhauses werde mit 35 Millionen Euro kalkuliert, ein Neubau mit 45 000, eine Ausschreibung würde das Projekt um Jahre verzögern. „Wenn sie mit uns zusammenarbeitet, liegen die Kosten bei null und wir sind in zweieinhalb Jahren fertig.“

Bei Null nicht ganz: Da sind zum einen die 1,5 Millionen Pacht, zum anderen ist der Abriss in Wageners Angebot nicht mit einkalkuliert. Die Stadt rechnet da mit vier Millionen, die sie selbst tragen müsste, Gerald Wageners Team geht davon aus, dass das Seidenweberhaus asbestbelastet ist, was die Kosten in die Höhe treiben dürfte.