Vorwürfe gegen Stadt: Radarmessungen fehlerhaft

Vorwürfe gegen Stadt: Radarmessungen fehlerhaft

Nach Erkenntnissen des WDR werden die Messanlagen mit falschen Einstellungen betrieben.

Krefeld. Bei den Radarkontrollen der Stadt Krefeld geht nach Darstellung des Westdeutschen Rundfunks nicht immer alles mit rechten Dingen zu. In der Sendung „Könnes kämpft“ im WDR-Fernsehen werden heute Abend Bilder gezeigt, die nach Darstellung des Senders nicht korrekte Einstellungen an den Messeinrichtungen in den städtischen Fahrzeugen nachweisen.

Für den Beitrag „Radarfallen: Der Blitzer-Bluff“ hatte sich ein Fernsehteam auch nach Krefeld begeben, da die Stadt den Ruf habe, dass hier besonders häufig geblitzt werde. Tatsächlich wurden auch an zwei Stellen Messfahrzeuge gesichtet. Diese messen die Geschwindigkeit in beide Fahrtrichtungen. Mit der Kamera wurde durch die Scheiben der Wagen gefilmt und festgehalten, dass die Anlagen mit der Einstellung „Auto“ betrieben werden. Hans-Peter Grün, Experte für Geschwindigkeitsmessungen, erklärt in dem Beitrag, dass solche Messungen nicht verwertet werden dürften. Die Anlage müsse auf „manuell“ betrieben werden. Manuel Kölker vom Presseamt der Stadt Krefeld teilte dem WDR auf Anfrage mit, dass die Messeinrichtungen korrekt betrieben würden — auf manueller Einstellung. Die WDR-Bilder zeigen etwas anderes.

In dem Beitrag heißt es, dass die Einstellung „Auto“ zu falschen Messergebnissen führen könne und häufig personelle Sparmaßnahmen der Grund seien. Zudem müsse der Messbeamte hochkonzentriert arbeiten, was in Krefeld nicht immer der Fall sei. So nennen die Reporter einen Fall, in dem der Messbeamte im Fahrzeug ein Buch gelesen habe.

Der Beitrag wird am Montag, 20.15 Uhr, im WDR gezeigt.

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