Vom Krefelder Zoo untersucht: Wer kennt dieses Känguru?

Tierisch : Vom Krefelder Zoo untersucht: Wer kennt dieses Känguru?

Ein hüpfender Zeitgenosse hat über Wochen am Niederrhein für Aufregung gesorgt. Nun konnte das Känguru eingefangen werden. Danach fand der Krefelder Zoodirektor heraus, um welche Art es sich handelt.

Einen Monat lang sorgte ein Känguru laut Polizei immer wieder für Einsätze im Raum Xanten, da es über Straßen hüpfte. Einfangen konnte man das Tier nicht - bis Beamte am Sonntagabend Erfolg hatten: Mit Hilfe eines Tierarztes, der das Tier mit einem Blasrohr betäubte, wurde das Beuteltier in Sonsbeck am Niederrhein eingesackt.

Wo das Känguru ausgebüxt war, ist unklar

Wo das Känguru ursprünglich ausgebüxt war, weiß die Polizei nicht: „Keiner scheint das Kleine zu vermissen“, so die Behörde in einer Mitteilung vom Dienstag. Das Tier sei am Sonntagabend gegen 22 Uhr von einer Autofahrerin gesichtet worden, die die Polizei alarmierte.

Vom Krefelder Zoo ist das Tier identifiziert worden

Die Beamten riefen einen Tierarzt zu Hilfe, der das Känguru mit einem Pfeil aus einem Blasrohr betäubte. Um herauszufinden, in welche guten Hände es nun abgegeben werden kann, musste noch bestimmt werden, um welche Känguru-Art es sich handelt. Das übernahm der Direktor des Krefelder Zoos, der ja unter anderem durch seine Expertise in Sachen Baumkängurus bekannt ist. Dr. Wolfgang Dreßen stellte anhand der Bilder, die ihm zur Verfügung gestellt wurden, dass es sich um ein Bennett-Känguru handelt.

Es ist – entgegen der Meldungen unter anderem der Nachrichtenagentur dpa – kein Parmawallaby. Die Bennet-Kängurus gehören zu den mittelgroßen Vertretern der mehr als 50 verschiedenen Känguruarten Australiens, Tasmaniens und Neuguineas. Ursprünglich gab es Pläne, das Beuteltier im Tierpark Kleve unterzubringen – das wäre allerdings nur gegangen, wenn es sich um ein Männchen gehandelt hätte. Es ist aber ein Weibchen. Deshalb muss der Umzug warten, bis ein Plätzchen gefunden ist, wo sie sich wohl fühlen wird. Der Zoo Krefeld hilft bei der Vermittlung. In Krefeld gibt es keine Kapazitäten, um den Hüpfer aufzunehmen. Hier wird unter anderem noch ein neuer Platz für die Grauen Riesenkängurus benötigt. Sie werden wegen des geplanten Neubaus des Schimpansen-Walds umziehen müssen. pasch/ok

(dpa)
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